Aus für Wiener Hundemarken

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Freiheit für Waldi & Co., nicht aber für Herrlis Geldbörse
Freiheit für Waldi & Co., nicht aber für Herrlis Geldbörse - © Volker Hartmann/dapd
Eine mehr oder weniger beliebte Wiener Tradition steht vor dem Aus: Ab 2012 werden keine Hundemarken mehr versandt. Das spart 70.000 Euro Verwaltungskosten. 

Knapp über 50.000 Hunde gibt es in Wien, und schon seit 2010 müssen sie verpflichtend mit einem Chip versehen sein. Der bekommt jetzt eine neue Zusatzfunktion – nämlich eine Codierung, ob die Hundesteuer ordnungsgemäß entrichtet wurde und Informationen zum Besitzer, wenn Waldi einmal eigene Wege geht. Die Hundesteuer in Wien ist gerade drastisch um beinahe das Doppelte erhöht worden. 

Neue Hundesteuer soll 1,6 Mio bringen

Die angekündigte Erhöhung der Hundesteuer wird der Stadt laut Angaben von Umweltstadträtin Ulli Sima pro Jahr Mehreinnahmen von 1,6 Mio. Euro bescheren. Im laufenden Jahr nimmt Wien rund 2,3 Mio. Euro jährlich durch die “Hundesteuer” ein. Künftig sollen es laut Sima 3,9 Mio. Euro sein. Die Ressortchefin betonte, dass damit die Kosten für die Hundeinfrastruktur bei weitem noch immer nicht gedeckt würden. Schließlich lässt sich die Bundeshauptstadt das Wohl der Vierbeiner und im weiteren Sinne auch ihrer Besitzer 7,5 Mio. Euro im Jahr kosten.Das Geld fließe etwa in mehr als 140 Hundezonen oder die mittlerweile 2.800 Sackerl-Spender. Weiters machen sich der Hundeführschein und damit verbundene Kontrollen, der neue Tierfriedhof bzw. die kostenlose Entsorgung toter Tiere oder die Subvention von jährlich 800.000 Euro an den Wiener Tierschutzverein finanziell bemerkbar. Sima wies auch darauf hin, dass es weiterhin Ermäßigungen für jene Hundehalter gibt, die Sozialhilfe bekommen. Blindenhunde sind von der Abgabe gänzlich befreit.

Strafe für Nicht-Anmelder

Die Hundegebühr wird jeweils zu Jahresbeginn vorgeschrieben. Wer seinen Vierbeiner nicht anmeldet, muss mindestens 42 Euro Strafe zahlen, falls er erwischt wird. Darin wird sich auch künftig nichts ändern. Die Pönale kann im Wiederholungsfall höher ausfallen. Geahndet werden diesbezügliche Verstöße von den Magistratischen Bezirksämtern.

Aus dem Sima-Büro hieß es, dass Wien auch nach der Verteuerung der Abgabe seinen Hundebesitzern vergleichsweise wenig auf der Tasche liege. So verlange etwa München 77 Euro pro Tier, für Listenhunde seien es gar 614 Euro. In Bremen kostet ein Hund jährlich generell 122 Euro, in Berlin der erste 120 und jeder weitere 180 Euro.

Billiger steigt man in Bregenz (51 Euro) sowie in St. Pölten (35 Euro) aus. Dort berappt man für einen Listenhund allerdings 135 Euro. Es handelt sich dabei um als gefährlich eingestufte Rassen – für die in Wien der Hundeführschein vorgeschrieben ist. Die Hundesteuer für diese Tiere ist in der Bundeshauptstadt nicht höher als für “harmlose” Tiere.

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