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Aus für klassische Kur: Bewegung und Prävention durch "Gesundheitsvorsorge Aktiv"

Die klassische Kur wird es ab Ende 2018 nicht mehr geben.
Die klassische Kur wird es ab Ende 2018 nicht mehr geben. ©Pixabay.com (Sujet)
Ende 2018 wird die "Gesundheitsvorsorge Aktiv" (GVA) eingeführt - die Kur im klassischen Sinn "wird es nicht mehr geben", so der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Manfred Anderle. Man möchte damit den Fokus verstärkt auf Bewegung und Prävention legen.

Die Maßnahme ist Teil der Pläne zur Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters. Ziel ist die Erhaltung der Erwerbsfähigkeit und die Verlängerung der gesunden Lebensjahre. Es geht dabei vor allem um Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie um psychische Erkrankungen, die zu den häufigsten Gründen eines Kur- oder eines Reha-Aufenthaltes sowie auch für Frühpensionierungen zählen.

Therapien bei der “Gesundheitsvorsorge Aktiv”

Die GVA bietet Aktivtherapien und angepassten Sport als medizinische Basis, dazu kommen die Themen Ernährung und mentale Gesundheit. Sie besteht aus einem Basismodul und spezifischen Modulen mit individuellen Schwerpunktsetzungen. Wichtig ist Anderle auch der Präventionsgedanke. So wolle man bereits bei ersten Anzeichen von Burn-Out oder schon bei leichten Abnützungen des Bewegungsapparates eingreifen.

Die GVA ist individueller gestaltbar als die bisherige Kur. Sie kann in einen Aufenthalt von zwei Wochen und einen von einer Woche (innerhalb von sechs Monaten) gesplittet werden, wovon man sich eine leichtere Vereinbarkeit mit dem Beruf erwartet. Einen Rechtsanspruch gibt es so wie bei der bisherigen Kur nicht. Auch der Zugang soll nicht geändert werden, die Anzahl der Fälle soll im Vergleich zur Kur etwa gleich bleiben, erläuterte Anderle.

Klassische Kur hat Ende 2018 ausgedient

Nach einem Pilotversuch ist die Umstellung von der Kur zur GVA bereits in vollem Gange. Die Verträge mit den Vertragspartnern sind schon abgeschlossen. Rund 4.000 Kur-Betten sind bereits für die GVA umgewandelt, die restlichen 2.000 sollen noch heuer folgen.

Im Vergleich zur Kur wird die neue GVA rund fünf Millionen Euro pro Jahr mehr kosten – bei einem Gesamtaufwand von etwa einer Milliarde Euro für Kur und Rehabilitation derzeit. Anderle geht aber davon aus, dass sich die Umstellung trotzdem auch finanziell rechnen wird. Der PVA-Obmann rechnet damit, dass es langfristig Einsparungen beim Pflegegeld, durch niedrigeren Medikamentenverbrauch sowie dadurch, dass Menschen länger im Arbeitsprozess bleiben können, geben wird.

NEOS kritisieren Umwandlung in neue Gesundheitsvorsorge

Die NEOS können der Umwandlung der Kur in eine “Gesundheitsvorsorge Aktiv” (GVA) nichts abgewinnen. “Eine Umbenennung ändert gar nichts an den Problemen mit der Kur. Auch mit dem nun “GVA” genannten dreiwöchigen Aufenthalt wird die Pensionsversicherungsanstalt keine nachhaltige Änderung von gesundheitsschädlichen Lebensgewohnheiten erzielen”, meinte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker.

Für Loacker liegt es auf der Hand, dass solche Änderungen besser ambulant über einen längeren Zeitraum als stationär in drei Wochen erfolgen sollten. “Was bei der Kur gefehlt hat, fehlt auch bei der ‘GVA’, nämlich die Erfolgskontrolle sechs oder 12 Monate nach der teuren Maßnahme”, meinte der NEOS-Gesundheitssprecher in einer Aussendung. Loacker vermutete auch wirtschaftliche Interessen, weil die Kurzentren im Eigentum der SV-Träger wie auch die privaten Kurzentren weiterhin mit Versicherten gefüllt sein wollen, “damit die Millionen fließen”.

(APA/Red)

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