Augarten-Besetzung von Polizeikräften aufgelöst!

Aus für das "Josefinische Erlustigunskomitee" am Augartenspitz
Aus für das "Josefinische Erlustigunskomitee" am Augartenspitz
Seit Montag hatten die Gegner des Sängerknaben-Bauprojektes den Augartenspitz besetzt. Mittwoch, gegen 7 Uhr früh, schritt die Polizei ein und trug die Besetzer vom Grundstück.

Noch am Dienstag hatten die Besetzer prominente Unterstützung erhalten – es nützte nichts. Der Besitzer des Grundstücks, die Burghauptmannschaft, verlangte nach gescheiterten Verhandlungen schließlich die “Entfernung” der campierenden Projektgegner.
 
Nachdem die Aufforderungen der Einsatzkräfte, das Grundstück zu verlassen, ohne Reaktion blieben, “mussten die ca. 13 Personen von den Einsatzkräften vom Grundstück getragen werden. Die dabei angewendete Körperkraft erfolgte mit größtmöglichster Schonung der Person”, so die Polizei in einer Aussendung. Um 7.40 Uhr war das Grundstück geräumt.

Die Aktivisten, die sich im April 2008 formiert hatten, wollten mit ihrer Besetzung angesetzte Probebohrungen in Bauvorbereitung für den Konzertsaal verhindern und fordern, den Augartenspitz als öffentlich zugänglichen Ort zu erhalten. Dort soll ab Herbst der Konzertsaal mit rund 380 Plätzen entstehen. Die Eröffnung ist für 2011 vorgesehen. Finanziert wird der auf rund zwölf Mio. Euro veranschlagte Bau von Sängerknabenmäzen Peter Pühringer über eine Stiftung.

“Die jüngsten Ereignisse sind äußerst bedauerlich”, sagte Gerhard Kubik, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt. Hätte sich der Bund, Eigentümer des Areals, auf dem eine Konzerthalle für die Sängerknaben entstehen soll, an die vereinbarte Vorgangsweise gehalten, wäre es laut Kubik nicht so weit gekommen. Geplant war ursprünglich, einen Leitbildprozess durchzuführen und erst danach zu entscheiden, was im Augarten passieren soll. “Dieser Plan ist im Jahr 2007 leider vom damaligen Wirtschaftsministerium torpediert worden”, bedauerte Kubik. Das Wirtschaftsministerium habe damals im Alleingang entschieden, dass der Sängerknaben-Konzertsaal gebaut werden soll.

Auch die Wiener Grünen kritisierten die Räumung: Es gäbe derzeit weder eine wasserrechtliche Genehmigung noch eine Baugenehmigung, so die Planungssprecherin der Wiener Grünen, GR Sabine Gretner in einer Aussendung. Die Wiener Grünen würden daher auch weitere Aktionen der Initiative für den Erhalt des Augartenspitzes unterstützen. Geplant sei bereits heute, Mittwoch, eine Demonstration um 15.00 Uhr, die vor dem Areal stattfinden soll.

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