Auftritt der Makemakes im Eurovision Village in Wien

The Makemakes sind am Donnerstag in Wien aufgetreten.
The Makemakes sind am Donnerstag in Wien aufgetreten. - © APA
Vor hunderten Fans sind am Donnerstagabend die österreichischen Song Contest-Teilnehmer The Makemakes im Eurovision Village am Wiener Rathausplatz aufgetreten. Sie boten den Fans rockigere Klänge als diese vom Song Contest-Beitrag der Kandidaten aus dem Salzkammergut gewohnt waren.

“Es freut uns, dass ihr alle da seid, und wir freuen uns, dass wir jetzt gleich mal Zeit für ein bissl Urlaub haben, zumindest für ein paar Minuten”, erklärte Schlagzeuger Florian Meindl. Ansonsten bestehe der Tag momentan nämlich aus Interviews, Interviews und nochmal Interviews. Der Auftritt der österreichischen Kandidaten begann knapp zwei Stunden vor dem zweiten Semifinale. Auch das erste Semifinale haben die Makemakes verfolgt: “Toll war’s. Das Ergebnis ist super, außer bei den Finnen. Da finde ich es ein bisschen schade, dass sie ausgeschieden sind. Punk ist immer super”, meinte Bassist Markus Christ.

Werbung für das neue Album der Band

“Einfach mal wieder ein paar Lieder spielen für unsere Fans”, erklärte Sänger Dominic Muhrer das Ziel des Abends. Und das taten sie dann auch – etwa “Big Bang” vom neuen Album, für das auch gleich ein bisschen die Werbetrommel gerührt wurde. Zuerst begrüßte das durch die vergangenen Tage glamour- und schunkelverwöhnte Publikum das rockige Trio allerdings ein bisschen skeptisch.

Aber spätestens beim vierten “Geht’s euch gut?!” und dem flotten “You Are Not Alone” war das Eis gebrochen. Selbst ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wippte auf der VIP-Tribüne mit. Ruhigere Momente gab es dann mit “Save Me”, die versuchte Publikumsinteraktion – “Seid’s ned so gschamig!” – war zumindest am Anfang allerdings zum Scheitern verurteilt, was auch an der Sprachbarriere gelegen haben könnte.

Begeisterung am Rathausplatz

Besser klappte das Animieren der Menge dann auch tatsächlich beim Cover des Riesenhits von Bob Marley “I Shot The Sheriff”, das prompt für die meiste Begeisterung sorgte. Weiterer Mitsing-, Fahnenschwenk- und Applaushöhepunkt: Der inzwischen durchaus bekannte Wettbewerbssong “I Am Yours”.

In der Ankündigung nutzte Muhrer noch einmal die Gelegenheit, auf das gemeinsame Brückenbauen und Aufeinanderzugehen zu verweisen: “Das geht schon los bei den Deutschen. Dass nicht wir die Deutschen immer ankreiden und sie uns nicht ankreiden. Wir sollten alle viel mehr miteinander und nicht soviel gegeneinander machen” meinte er. So würden sich auch größere Konflikte schon im Kleinen verhindern lassen.

The Makemakes gefallen den ESC-Fans

Die internationalen Fans zeigten sich von Österreichs Beitrag angetan, auch wenn durchaus realistische Einschätzungen über die Chancen im Wettbewerb vorherrschten: “Es ist ein toller Song, aber gewinnen werden sie damit nicht”, befand etwa ein britisch-polnisches Grüppchen gegenüber der APA. Allerdings könnte es sogar für eine Top-Fünf-Platzierung reichen nicht nur wegen des Bonus als Gastgeberland.

“In einem anderen Jahr hättet ihr wahrscheinlich besser abgeschnitten, aber heuer gibt es einfach so viele gute und starke Songs”, meinte ein irischer Fanblock. Der ESC habe sich inzwischen von einer reinen Show zu einem Songcontest entwickelt. “Alle können singen”, wunderte sich die Gruppe. Ein Platz unter den ersten Zehn für die Makemakes müsste sich aber ausgehen, spekulierten sie.

“Das ist irgendwie nicht Song Contest”

“Guter Song, gute Stimme”, meinte auch eine Norwegerin. “Ich mag das Lied sehr gerne”, erklärte ihre Begleitung. Nur einen Briten konnten die Makemakes nicht überzeugen. “Nein, das ist irgendwie nicht Song Contest, da gefallen mir andere Beiträge besser.” Da waren die Makemakes wohl zu viel Rock – wie sie auch abschließend noch u.a. mit “Light in the Tunnel” bewiesen.

Dem inzwischen aufgewärmten Großteil des Publikums gefiel’s allerdings – prompt wurde das Trio daher trotz einer guten Stunde Spielzeit für eine Zugabe auf die Bühne zurückgeklatscht. “Eigentlich dürfen wir nicht mehr spielen, aber das ist uns scheißegal. Für euch machen wir das!” (APA)

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