Auer hat DTM-Titel noch nicht abgeschrieben

Auer will nach drittem Ausfall 2017 weiter kämpfen
Auer will nach drittem Ausfall 2017 weiter kämpfen - © APA
Die Achterbahnfahrt von Lucas Auer durch die DTM-Saison hat ausgerechnet beim Heimrennen des Österreichers in Spielberg wieder einen Tiefpunkt erreicht. Platz acht und ein Ausfall standen als Ertrag zu Buche. Dass es zum Finale des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) wieder nach Hockenheim geht, ist für den 23-Jährigen ein Ansporn. “Solange die Chance besteht… ich bin da!”, sagte Auer.

Laut dem Projekt Spielberg waren an dem Wochenende insgesamt 35.500 Fans zum Red Bull Ring gepilgert, der wieder einmal die Prognosen ignorierte und keinen Regen zuließ. Der Großteil der Motorsportfans kam angetrieben von patriotischen Gefühlen, um den Tiroler Auer anzufeuern. Doch der Mercedes-Schützling erlebte verkorkste drei Tage im Murtal.

Vor allem am Sonntag lief für den Neffen von DTM-Dirigent Gerhard Berger nichts zusammen. Wenige Runden vor Schluss wurde das Quali-Schlusslicht Auer in der Remuskurve vom Kanadier Bruno Spengler von der Strecke geschoben. Sein Mercedes-AMG C63 drehte sich, prallte in die Leitschiene und erlitt zu starken Schaden, um das Rennen fortzusetzen. “Es war seine Schuld, das ist ganz klar. Aber es ist jetzt auch egal. Es geht weiter”, wusste Auer.

Ohne die Aktion wäre er noch in die Punkteränge gefahren, meinte er. “Mit ein bisschen Harakiri” hätte wieder Platz acht herausschauen können. So war sein dritter Ausfall in dieser Saison einer, der besonders schmerzte. Schließlich bedeutete er auch den Rückfall auf Platz sechs in der Gesamtwertung und einen neuen Rückstand von 41 Punkten auf Leader Mattias Ekström, der vor seinem dritten Titelgewinn steht.

“Dieses Wochenende waren wir nicht schnell genug”, urteilte Auer knapp. Das Qualifying war nach seinen Worten “versaut”. “Grundsätzlich glaube ich, dass der Luggi seine Reifen am Morgen nicht in das ideale Temperaturfenster gebracht hat. Wir müssen noch analysieren, woran es lag”, sagte Ulrich Fritz, der Teamchef von Mercedes-HWA.

Schon prinzipiell seien die Gegebenheiten auf dem Red Bull Ring nicht ideal für Mercedes. “Grundsätzlich ist unser Auto immer dann glücklich, wenn es Unebenheiten in der Strecke gibt, wenn es wellig ist. Andere Autos hingegen sind nicht so glücklich. Hier ist es eben gerade andersherum”, nannte Fritz einen Grund. Während der Red Bull Ring in der Formel 1 mit vier Siegen en suite seit dem Comeback 2014 Mercedes-Spezialgebiet ist, wartet der Rennstall mit dem Stern in der DTM seit 2011 auf einen Erfolg in Österreich.

“Das Heimspiel sollte nicht von einem Resultat abhängig sein. Ich glaube, die DTM hat trotzdem eine coole Show geboten. Ich habe es auf jeden Fall genossen”, betonte Auer. “Es ist immer das Gleiche: Solche Wochenenden machen dich stärker, aus solchen Wochenenden lernst, und am Ende kommst du immer weiter.”

Das soll sich am besten schon in drei Wochen in Hockenheim bewahrheiten. Die Strecke im Rhein-Neckar-Kreis liegt dem Kufsteiner. Als die DTM zum diesjährigen Auftakt Anfang Mai dort gastierte, holte Auer die Pole Position und den Sieg. So wie er auf allen Strecken in Deutschland mit Ausnahme des Norisrings schon gewonnen hat, während der erste DTM-Sieg außerhalb der Bundesrepublik noch auf der To-do-Liste steht.

“Ich muss einfach weiter Gas geben”, bekräftigte Auer. In der DTM könne sich rasch alles ändern. “So schnell, wie du Zehnter bist, so schnell bist du Erster, so schnell bist du Fünfter.” Fritz versprach, Mercedes werde “alles geben, um die Meisterschaft noch möglichst lange offen zu halten. Man muss aber realistisch sein. Es gibt wenig Fahrer, die es überhaupt geschafft haben, 41 Punkte an einem Wochenende mitzunehmen. Es ist möglich, aber dann darf der andere keine Punkte machen.”

Dass Audi in Hockenheim so dominieren wird wie in Spielberg, wo die Ingolstädter sämtliche Podestplätze abräumten und Jamie Green zweimal auf der Pole Position stand, glaubt Fritz nicht. Hockenheim sei im Allgemeinen “eher eine Strecke, die uns sehr, sehr gut liegt”.

(APA)

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