Audimax-Besetzer glauben nicht an Zugangsbeschränkungen

Audimax-Besetzer glauben nicht an Zugangsbeschränkungen
Die Audimax-Besetzer sehen in den angekündigten Zugangsbeschränkungen bloß ein Schreckgespenst.

Keine Angst vor der von Bundeskanzler Werner Faymann (S) angekündigten Einführung von Zugangsregelungen haben die Besetzer des Audimax der Uni Wien und der Akademie der Bildenden Künste. “Es ist egal, was Faymann sagt, weil er ohnehin keinen Rückhalt in der Partei hat”, wiegt sich einer der Audimax-Besetzer im Gespräch mit der APA in Sicherheit. Immerhin hätten sich die SP-dominierten Landtage von Wien und dem Burgenland, der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und alle Jugendorganisationen mit den Besetzern solidarisiert.

“Ich habe keine Angst, Faymann soll sich das mit (Wiens SP-Bürgermeister Michael) Häupl ausmachen, der kurz vor den Wahlen in Wien mit 30.000 Studenten steht”, so der Audimax-Besetzer. Der Vorstoß des Kanzlers sei “ein verzweifelter Akt, weil er aufgerieben wird zwischen der Position seiner Partei und seinem Onkel (Krone-Chefredakteur Hans Dichand, Anm.), der gegen uns eine Kampagne reitet”. Die Forderung sei eines Sozialdemokraten absolut unwürdig, denn Zugangsbeschränkungen seien “immer sozial selektiv”.

Bei den Besetzern der Akademie hat der Vorstoß des Kanzlers Empörung ausgelöst. “Es ist skandalös, dass gerade die Partei, die für eine demokratische und emanzipatorische Gesellschaft eintreten sollte, etwas derartiges befürwortet.” Eine der Beteiligten kritisierte gegenüber der APA, dass “Faymann und (VP-Wissenschaftsminister Johannes) Hahn noch immer nicht kapiert haben, dass die Unis nicht nur ein Finanzierungs-, sondern vor allem ein Strukturproblem haben”. So würden etwa durch die “Scheinautonomie” der Unis seit 2002 massive Kosten durch die Verwaltung verursacht, das Geld fehle wiederum bei den Studenten. Der Regierung wirft sie Unseriösität in der Diskussion um die Hochschulfinanzierung vor: “Dass die 34 Millionen so plötzlich da waren, zeigt, dass das Geld vorhanden ist.”

Auch in der Österreichischen HochschülerInnenschaft glaubt man nicht, dass Faymann sich durchsetzen wird. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das durchbringt”, so ÖH-Chefin Maurer. “Das würde die Proteste weiter verstärken, das lassen sich die Studis sicher nicht gefallen.” Der SPÖ warf sie vor, in der Hochschulpolitik “schon wieder aus Konzeptlosigkeit umzufallen”. Immerhin hätte Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl erst vor zwei Wochen betont, dass mit der SPÖ die in der Novelle zum Universitätsgesetz (UG) verankerten Studieneingangsphasen nicht für Zugangsbeschränkungen genutzt würden. “Das ist ein typischer Kuschelkurs, weil die SPÖ Angst vor Konflikten mit der ÖVP hat”, so Maurer.

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