ATV-Verkauf an ProSiebenSat.1Puls4 unter Dach und Fach

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Der Verkauf von ATV an die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe wurde nun bestätigt.
Der Verkauf von ATV an die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe wurde nun bestätigt. - © APA
Die Bundeswettbewerbsbehörde gab am Donnerstagabend ihr Okay für den Verkauf von ATV an ProSiebenSat.1Puls4.

Sie stellt keinen Prüfungsantrag ans Kartellgericht, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Donnerstagabend mit. Man habe aber “deutliche Verschärfungen zu den ursprünglich vorgelegten Auflagen” vereinbart, um den Bedenken, die im Stellungnahmeverfahren von anderen Marktteilnehmern geäußert wurden, Rechnung zu tragen.

ATV-Verkauf an ProSiebenSat.1Puls4 fix

Insgesamt waren zehn Stellungnahmen eingelangt, bestätigte die Behörde. “Aufgrund der in den Rückmeldungen geäußerten Bedenken wurden trotz der erheblichen Sanierungsbedürftigkeit von ATV deutliche Verschärfungen zu den ursprünglich vorgelegten Auflagen vereinbart”, heißt es wörtlich in der Pressemitteilung der BWB. Diese betreffen “insbesondere den Free-TV-Werbemarkt”, aber auch eine Verlängerung der Gesamtdauer der Auflagen und Bestimmungen für redaktionelle Inhalte.

“Die Auflagen sind nach Auffassung der BWB geeignet, das Entstehen einer marktbeherrschenden Stellung der Zusammenschlusswerberin am Free-TV-Nettowerbemarkt und eine Einschränkung der Medien- und Meinungsvielfalt zu verhindern”, schloss die BWB. Daher habe man “keinen Grund für eine vertiefte Prüfung des Falles vor dem Kartellgericht gesehen”. In diesem Zusammenhang verwies die Behörde auch auf die Empfehlung der Wettbewerbskommission sowie “den beigezogenen Experten” der Medienbehörde KommAustria.

Stellungnahme des Käufers

Der ATV-Käufer ProSiebenSat.1Puls4 hat am Donnerstag in einer knappen Stellungnahme auf die Entscheidung der Bundeswettbewerbsbehörde reagiert. “Die heutige Freigabe der zuständigen Behörden stellt einen wichtigen nächsten Schritt für den Abschluss der Transaktion dar”, hieß es. Bevor alles unter Dach und Fach ist, will man sich aber nicht weiter äußern.

Allerdings wurde noch betont, dass man bei den Verhandlungen über weitere Auflagen “an die Grenzen dessen gegangen ist, was mit Blick auf die erforderliche Sanierung von ATV möglich war”. Diese nämlich habe es “sehr schwierig gemacht, zusätzliche Auflagen zu verhandeln und zu akzeptieren”.

(APA/Red)

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