Atomverhandlungen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt

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Die Atomverhandlungen mit dem Iran müssen erneut fortgesetzt werden.
Die Atomverhandlungen mit dem Iran müssen erneut fortgesetzt werden. - © Carlos Barria/Pool photo via AP
Die Atomverhandlungen mit dem Iran müssen nun erneut unterbrochen und in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Dienstag mitteilte.

Einige Außenminister könnten abreisen und in den kommenden Tagen zurückkehren, erklärte Mogherini am Dienstag in Wien. Es gebe noch einige letzte schwierige Fragen zu klären, fügte die EU-Außenbeauftragte hinzu. Zuvor hatten sich am Verhandlungsort Gerüchte verbreitet, dass die Verhandlungen bis Samstag fortgesetzt werden sollen.

Einigung bei Atomverhandlungen noch nicht in Sicht

Eigentlich wollten den Unterhändler bis zum Ablauf des Dienstags eine Einigung im Streit über das iranische Atomprogramm erzielen. Die Frist hatte ursprünglich bereits Ende Juni geendet und war schon einmal verlängert worden.

Diplomaten betonten gegenüber der APA, dass es sich bei der jetzigen Gesprächsverlängerung um keine offizielle Deadline-Verlängerung handle. Vielmehr sei quasi die “Uhr gestoppt” worden. Trotzdem würden der russische Außenminister Sergej Lawrow und andere Minister die Gespräche verlassen. Sie würden zurückkommen, wenn sich neue Entwicklungen abzeichneten.

Die Hotels der Iraner und Amerikaner seien bis Samstag gebucht. Nicht ausschließen könne man, dass es schon vorher Ergebnisse gibt. Einige redeten nach wie vor von “vor Donnerstag”, so die Information aus diplomatischen Kreisen.

Der russische Außenminister Lawrow sagte am Dienstag laut Nachrichtenagentur Interfax, es gebe noch etwa acht Punkte, die eines “Feinschliffs” bedürfen würden, bis ein finaler Deal abgeschlossen werden könne.

Knackpunkte der Verhandlungen sind das Ende der Sanktionen gegen iranische Raketenprogramme und Handelsverbote für konventionelle Waffen. Ungeklärt sind ferner Fragen zu den Zeiten für die Aufhebung weiterer Sanktionen. Auch Untersuchungen zur angeblichen früheren Atomwaffenforschung des Iran durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sind umstritten.

Fischer hofft “dringend” auf Erfolg der Iran-Gespräche

Bundespräsident Heinz Fischer hat die “große und dringende Hoffnung” zum Ausdruck gebracht, dass “bei den derzeit in Wien im Endspurt befindlichen Iran-Verhandlungen auch die letzten Meter erfolgreich zurückgelegt werden können.”Ein positiver Abschluss der Verhandlungen wäre für alle Beteiligten sowie für die Stabilität in der Region von großer Bedeutung, sagte der Bundespräsident nach Angaben der Präsidentschaftskanzlei in der luxemburgischen Botschaft aus Anlass der Übernahme der EU-Präsidentschaft durch das Großherzogtum.Ein Scheitern der Atomgespräche mit dem Iran würde die ohnehin schon existierenden enormen Probleme im Nahen und Mittleren Osten in gefährlicher Weise vergrößern, und müsste darüber hinaus als Niederlage der Diplomatie bei der Bemühung um die Beilegung von Konflikten betrachtet werden, warnte Fischer.

(APA/Red)

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