Atletico im Europa-League-Finale gegen Marseille Favorit

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Diego Simeone wird diesmal nicht an der Seitenlinie stehen
Diego Simeone wird diesmal nicht an der Seitenlinie stehen - © APA (AFP)
Die erste Niederlage hat Diego Simeone schon vor dem Europa-League-Finale hinnehmen müssen. Der Coach von Atletico Madrid muss auch die Partie am Mittwoch (20.45 Uhr/live PULS 4) gegen Salzburg-Bezwinger Olympique Marseille von der Tribüne aus verfolgen. Nach seinem Ausraster im Halbfinale gegen Arsenal wies die UEFA einen Einspruch des aufbrausenden Argentiniers gegen seine Sperre ab.

Der UEFA-Liveticker zum Spiel

Auf ein Spektakel an der Seitenlinie werden die 57.000 Zuschauer in Lyon aber wohl trotzdem nicht verzichten müssen. Denn Simeones Vertreter German Burgos hat nicht nur das Format eines Türstehers, sondern musste auch schon einmal vor einem tätlichen Angriff auf den Schiedsrichter bewahrt werden.

Aber es ist längst nicht nur die Sperre von Simeone, die die Spanier ähnlich wie die Chance auf den dritten Europa-League-Titel nach 2010 und 2012 beschäftigt. Denn die Vorbereitung wurde von den anhaltenden Wechselgerüchten um Antoine Griezmann überlagert.

Alles dreht sich um Griezmann

Dass der französische Star, dessen Heimatort Macon nur 45 Minuten vom Finalort entfernt liegt, seit Wochen vom FC Barcelona umworben wird, “gefällt uns gar nicht”, sagte Mittelfeldspieler Koke. Das Finale wird wohl zur Abschiedsvorstellung von Griezmann und würde ihm somit die letzte Chance bieten, einen großen Titel mit den Rojiblancos zu gewinnen.

Atletico Favorit – Marseille mit Chancen

Favorit sind die Spanier aber auch trotz ihrer Nebenschauplätze. Bereits zum fünften Mal seit 2010 stehen sie in einem europäischen Finale. Damals und 2012 haben sie das Endspiel auch gewonnen. Marseille, das im Halbfinale Salzburg ausgeschaltet hatte, geht dagegen als Neuling in ein Match um den Titel der 2009 eingeführten Europa League.

Chancenlos ist OM aber längst nicht. Für die Fans des Champions-League-Siegers von 1993 könnte es nichts Schöneres geben, als im Stadion des großen Rivalen Olympique Lyon nach 25 Jahren wieder einen Europacup-Erfolg zu feiern. Zehntausende in blau und weiß gekleidete Zuschauer werden die Franzosen anfeuern, mehr als 1.000 Polizisten sollen innerhalb und außerhalb der Arena für Sicherheit sorgen.

Marseille-Spieler warnt eigene Anhänger

Marseilles Abwehrspieler Adil Rami warnte die eigenen Anhänger bereits davor, es zu übertreiben. “Ich hoffe, dass alles im Rahmen bleibt und nichts zerstört wird”, sagte der 32-Jährige. “Ich hoffe, wir sind alle intelligent genug, um diese Party nicht zu ruinieren.” Denn für die Franzosen ist die Teilnahme an einem Europacup-Finale ein seltenes Ereignis. Letztmals hatte Marseille 2004 im Endspiel des UEFA-Cups gestanden und damals mit 0:2 gegen Valencia verloren. Frankreich ist in der langen Geschichte des UEFA-Cups bzw. der Europa League überhaupt noch ohne Titel.

Luiz Gustavo weiß daher um die für viele wohl einzigartige Möglichkeit. “Das ist ein Finale, man arbeitet sein ganzes Leben für so eine Gelegenheit”, sagte Marseilles Abwehrchef, der 2013 mit Bayern München die Champions League gewonnen hat. Viele Tipps könne er seinen Mitspielern aber nicht geben. “Das Wichtigste ist, dass man Spaß hat.”

(APA/dpa)

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