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Astronomische Entdeckung: Am schnellsten rotierenden Stern in Nachbar-Galaxie

Könnte ursprünglich zu einem Doppelsternsystem gehört haben
Könnte ursprünglich zu einem Doppelsternsystem gehört haben ©EPA/European Southern Observatory (ESO)
Er hat den klingenden Namen "VFTS 102": Forscher an der Universität Wien haben in der Großen Magellanschen Wolke, einer Zwerggalaxie in der Nachbarschaft der Milchstraße, den am schnellsten rotierenden Stern entdeckt.

Der heiße, blau leuchtende Gigant – von den Astronomen VFTS 102 genannt – dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 600 Kilometern pro Sekunde (Oberflächengeschwindigkeit). Ein internationales Team von Astronomen, darunter Ines Brott vom Institut für Astronomie der Universität Wien, hat den Stern mit Hilfe des in Chile gelegenen Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Astronomieorganisation ESO gefunden. 

Stern rotiert mit 600 km pro Sekunde

Der Stern rotiert nach Angaben der Wissenschafter so schnell, dass er von den Zentrifugalkräften nahezu auseinandergerissen wird. Wie hoch die Rotationsgeschwindigkeit von 600 Kilometern pro Sekunde ist, zeigt ein Vergleich: Die Sonne dreht sich vergleichsweise gemächlich mit zwei Kilometern pro Sekunde, die Erde schleicht mit nicht einmal einem halben Kilometer pro Sekunde Rotationsgeschwindigkeit am Äquator geradezu dahin.Der relativ junge Stern befindet sich in einer Entfernung von rund 160.000 Lichtjahren und besitzt etwa die 25-fache Masse der Sonne.

Von Supernova weggeschleudert

Die Astronomen gehen davon aus, dass der Stern ursprünglich zu einem Doppelsternsystem gehörte und von seinem in einer Supernova explodierenden Partner weggeschleudert wurde. Dafür spricht nicht nur die bemerkenswerte Rotationsgeschwindigkeit. VFTS 102 bewegt sich im Vergleich zu den umgebenden Sternen auch mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit durch den Raum.

Beides spreche dafür, dass es sich bei VFTS 102 um einen “runaway star” aus einem Doppelsternsystem handeln könnte, der Gas von seinem ursprünglich größeren Begleiter abgesaugt und damit Masse und Drehmoment bekommen hat. Dies kann passieren, wenn VFTS 102 ursprünglich leichter als sein Partner war, dieser sich daher schneller entwickelt, sich aufbläht und in einer Supernova explodiert.

VFTS 102 und der von der Supernova überbleibende Pulsar werden dadurch in entgegengesetzte Richtungen im Raum geschleudert. Für diese Theorie spricht auch die Tatsache, dass sich in der Nähe von VFTS 102 noch die Überbleibsel einer Supernova finden: die “Leiche” eines explodierten Sternes, ein Röntgen-Pulsar, und die abgesprengten Reste der äußeren Hülle des explodierten Sterns.

(APA)

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