26. Oktober 2012 18:11; Akt.: 26.10.2012 18:35

Armstrongs Tour-Ära zur siegerlosen Zeit erklärt

Die Siegerliste der Tour de France bleibt zwischen 1999 und 2005 leer.

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Die wegen Dopings aberkannten sieben Titel von Lance Armstrong werden nicht neu vergeben, entschied der Radsport-Weltverband. Die UCI kündigte außerdem an, von den wegen Dopings verurteilten Fahrern die Preisgelder zurückzufordern. Allein bei der Tour hatte Armstrong mehr als drei Millionen Euro gewonnen.

Alle Rennergebnisse aberkannt

Dem bis dahin als Rekordsieger der Frankreich-Rundfahrt geführten Armstrong waren am Montag wegen jahrelangen und systematischen Dopings alle Rennergebnisse seit August 1998 aberkannt worden. Da auch viele der möglichen Nachrücker des 41-jährigen US-Amerikaners wie Jan Ullrich und Ivan Basso nachträglich Dopingsperren erhalten haben oder zumindest unter Betrugsverdacht stehen, entschied sich die UCI, die Ära zur siegerlosen Zeit zu erklären.

Keine Neuvergabe von Plätzen

“Das UCI Management Committee anerkennt, dass der Verdacht weiterhin über dieser dunklen Periode hängt. Für diejenigen, die sauber gefahren sind, mag es hart erscheinen, aber sie würden verstehen, dass durch die Neuvergabe von Plätzen wenig Ehre gewonnen worden wäre”, begründete der Weltverband in einer Stellungnahme. Auch Tour-Direktor Christian Prud’homme hatte sich zuletzt für diese Vorgehensweise ausgesprochen.

Zahlreiche Geständnisse weiterer Profis

Das von der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) aufgedeckte Dopingsystem um Armstrong hat in den vergangenen Wochen zu Geständnissen zahlreicher weiterer Profis geführt. Auch deren Ergebnisse wurden annulliert. Außerdem reagierte die UCI auf die heftigen Vorwürfe gegen den Verband im Zuge der Affäre und will laut eigenen Angaben eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen.

Tour-Sieg von Riis bleibt bestehen

Im Gegensatz zur Armstrong-Ära bleibt der Tour-Sieg von Bjarne Riis 1996 weiterhin bestehen. Der Däne, mittlerweile Teamchef bei Saxo Bank, hatte 2007 Doping gestanden, sein einziger Titel bei der Frankreich-Rundfahrt wurde ihm wegen Verjährung von mehr als acht Jahren damals aber nicht aberkannt.

Spannend könnten sich weiterhin auch die Regressforderungen entwickeln. “Das Komitee fordert Armstrong und alle anderen betroffenen Fahrer auf, das Preisgeld, das sie erhalten haben, zurückzuzahlen”, betonte die UCI.

(APA)

 



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