Ariel Sharon bleibt weiter im Koma

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Ariel Sharon bleibt weiter im Koma
Die Ärzte des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon befürchten offenbar, dass der Patient weiterhin im Koma bleiben wird. Der anfängliche Optimismus schlägt in ernste Sorge um. Sharons Partei vorne

Der Gesundheitszustand des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon ist nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vom Freitag „sehr beunruhigend“. Die Ärzte im Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus Ein Kerem würden demnach befürchten, den 77-Jährigen nicht mehr aus dem künstliche Koma wecken zu können. Der amtierende Premier Ehud Olmert hat unterdessen erstmals seit der Übernahme der Regierungsgeschäfte US-Regierungsvertreter zu Gesprächen über die bevorstehende palästinensische Parlamentswahl getroffen. Israel verlangt vom palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas einen präzisen Plan zur Entwaffnung der militanten Gruppierungen.

Die israelische Tageszeitung „Maariv“ berichtete auf ihrer Internet-Seite aus Medizinerkreisen, der anfängliche Optimismus über Sharons Genesungschancen sei in eine wachsende Sorge umgeschlagen. Im Rundfunk wurde sein Zustand sogar als „erschreckend“ bezeichnet. Angesichts der langsamen Reduzierung der Narkose rücke die „Stunde der Wahrheit“ näher.

Bei der Zusammenkunft Olmerts mit dem US-Nahost-Sondergesandten David Welch und dem stellvertretenden US-Sicherheitsberater Elliot Abrams sei über Optionen nach der palästinensischen Wahl am 25. Jänner und über den Kampf gegen den Terrorismus gesprochen worden, teilte die israelische Regierung mit. Die beiden US-Emissäre sollten danach den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und Regierungschef Ahmed Korei treffen. Wie der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz bei einer Zusammenkunft mit Welch und Abrams betonte, müsse Abbas spätestens nach den Wahlen einen genauen Entwaffnungsplan vorlegen. Welch und Abrams wurden von US-Außenministerin Condoleezza Rice in den Nahen Osten entsandt, um zwischen Israelis und Palästinensern im Konflikt um die Teilnahme der Palästinenser in Ostjerusalem an den Wahlen zu vermitteln.

Eine Regierungsbeteiligung der radikalen Hamas würde jeden Friedensfortschritt im Nahen Osten unmöglich machen, betonte Olmert in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) geführten Telefongespräch mit US-Präsident George W. Bush. Der palästinensische Präsident müsse gegen den Terrorismus vorgehen und terroristische Organisationen entwaffnen, unterstrich Olmert nach Angaben seines Büros in Jerusalem. Bush habe dem beigepflichtet und erklärt, man könne nicht zwischen „verschiedenen Terrorismus-Typen“ differenzieren und mit einigen von ihnen Frieden schließen, hieß es in der Mitteilung.

Das israelische Kabinett wird am Sonntag eine Entscheidung über die Wahl in Ostjerusalem fällen, die nach dem Ausscheiden der Likud-Minister positiv ausfallen dürfte. Mofaz hatte am Dienstag erklärt, palästinensische Wähler in Ostjerusalem könnten wie bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen 1996 und der Präsidentenwahl vor einem Jahr in Postämtern votieren. Außenminister Silvan Shalom, der am Freitag als letzter Likud-Minister demissionierte, hatte diesen Aussagen energisch widersprochen. Justizminister Tzipi Livni soll nun nach Medienberichten die Leitung des Außenressorts übernehmen.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat appellierte bei einem Treffen mit Welch und Abrams an die US-Regierung, auf Israel einzuwirken, um einen Siedlungsstopp in den besetzten Gebieten zu erreichen, wie ihn der internationale Friedens-Fahrplan (Roadmap) vorschreibt. Der neue palästinensische Vertreter in den USA, Afif Safieh, erklärte in Washington, die Hamas werde bei den Wahlen voraussichtlich nicht mehr als ein Drittel der Stimmen bekommen. Die Fatah und Unabhängige würden zusammen eine „bequeme demokratische Mehrheit“ im neuen palästinensischen Legislativrat haben.

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