Arditti Quartet feiert 40-jähriges Jubiläum bei Wien Modern

Mikrotonalität und Finsternis: Arditti Quartet bei Wien Modern Mikrotonalität und Finsternis: Arditti Quartet bei Wien Modern - © Markus Sepperer
Das Arditti Quartet ist das vielleicht renommierteste Kammermusikensemble für moderne Musik. Sein 40-Jahr-Jubiläum feiert das Quartett bei Wien Modern durch Aufführung aller acht Streichquartette von Georg Friedrich Haas an zwei Abenden.

Für das von dem Briten Irvine Arditti 1974 gegründete Quartet sind seither hunderte Streichquartette komponiert worden, seine Diskografie umfasst über 190 Einspielungen. Das Arditti Quartet, in dem heute Geiger Ashot Sarkissjan, Bratschist Ralf Ehlers und Cellist Lucas Fels mit Arditti musizieren, war seit Beginn regelmäßig zu Gast in Wien. Eine Auswahl von vier Live-Mitschnitten des Vorjahres aus dem Wiener Konzerthaus ist soeben bei col legno erschienen.

Mikrotonalität und Live-Elektronik

Den Auftakt der diesjährigen Auftritte des Arditti Quartet machen am 10. November um 19.30 Uhr im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses die Streichquartette Nr. 1, 6 und 4 von Georg Friedrich Haas. Dabei lotet der 61-jährige durch mikrotonale Umstimmungen der vier Streichinstrumente das musikalische Potenzial aus und erweitert so die klanglichen Möglichkeiten. Heuer wird auch erstmals Live-Elektronik eingesetzt mit der die Interpreten mit ihrer eigenen, ein wenig in Zeit und Raum verschobenen unmittelbaren Vergangenheit konfrontiert werden.

Streichquartet in Dunkelheit

Gegen 22:oo Uhr folgt im Berio Saal unter anderem auch Haas’ 3. Streichquartet “In iij. Noct”, das in vollständiger Dunkelheit gespielt werden muss. “Die Musiker können weder ihre Noten noch ihre Mitspieler sehen, sie sitzen in größtmöglicher räumlicher Entfernung voneinander – zum Beispiel um das Publikum herum in den vier Ecken des Aufführungssaales”, erklärt Haas im Festival-Programmbuch. Einen weiteren Überraschungseffekt bietet die Spieldauer des Stücks. “Die Länge des Stückes entscheidet sich erst währendWien  der Aufführung. Das Minimum beträgt 35 Minuten – es kann aber alles auch wesentlich länger andauern.”

Fortsetzung am Dienstag

Am 11. November findet das Spektakel seine Fortsetzung ab 19:30 im Mozart-Saal mit den Streichquartetten Nr. 2, 7 sowie dem erst in diesem Sommer beendeten 8. Streichquartett das zur Österreichischen Erstaufführung kommt, und in dem sich Haas auf die Mikromelodik von Giacinto Scelsi und die Sprachmelodie von Hölderlin-Oden bezieht. Zum Abschluss des Haas’schen Streicher-Marathons wird es dann noch einmal finster, wenn um 22 Uhr die Wiederholung des “late at night”-Konzerts ansteht.

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