Arbeiten am letzten Abschnitt des Semmeringbasistunnel begonnen

Der letzte Abschnitt des Semmeringtunnels wurde in Angriff genommen
Der letzte Abschnitt des Semmeringtunnels wurde in Angriff genommen - © APA
Die bergmännischen Arbeiten beim dritten und letzten Abschnitt des Semmering-Basistunnel auf steirischer Seite haben begonnen.

Bei diesem rund sieben Kilometer langen Abschnitt wird sowohl in Richtung Mürzzuschlag als auch in Richtung Gloggnitz (NÖ) gebohrt.

Semmeringbasistunnel: Letzter Abschnitt begonnen

Die zwei 100 Meter tiefen Schächte zwischen Spital am Semmering und Mürzzuschlag wurden bereits gegraben. Nun beginnt der horizontale Vortrieb. Den Start der Tunnelarbeiten besuchte Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ), Die Landeshauptleute von NÖ und der Steiermark, Johanna Mikl-Leitner und Hermann Schützenhöfer (beide ÖVP), ÖBB-Infrastruktur AG-Vorstandsdirektor Franz Bauer und die Tunnelpatin Martha Mühlburger, Vizerektorin der Montanuni Leoben.

Die beiden Tunnelröhren werden mit Baggern und Sprengungen vorangetrieben. Gebaut wird im Bereich Grautschenhof schon seit Mai 2016 von der Arbeitergemeinschaft Marti GmbH/Marti Tunnelbau AG im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG. Mit den Schachtarbeiten wurde Mitte September 2016 begonnen. Auf allen Tunnelbaustellen werden zu Spitzenzeiten rund 1.200 Personen direkt an dem Großprojekt arbeiten. Alleine auf der Baustelle Grautschenhof sind bis zu 400 Personen beschäftigt.

27 Kilometer Tunnel um 3,3 Millarden Euro

Laut Infrastrukturminister Leichtfried würden für den rund 27 Kilometer langen SBT rund 3,3 Mrd. Euro in die Hand genommen. “Wenn der Tunnel fertig ist, verkürzen sich die Fahrzeiten für die Zugreisenden massiv: Die Strecke Wien-Graz ist dann in nur einer Stunde und 50 Minuten statt zweieinhalb Stunden machbar”. Für Mikl-Leitner stehen die “Vorteile des meistgeprüften Projekts in Österreich außer Frage: Von diesem Vorhaben profitiert vor allem die regionale Wirtschaft”. Laut LH Schützenhöfer bringe der SBT eine attraktive Anbindung an Wien und in den Osten und Norden Europas.

ÖBB-Infrastruktur AG-Chef Bauer ist mit der Fertigstellung 2026 dann die gesamte neue Südstrecke voll nutzbar. “Das bedeutet für Reisende zwischen Wien und Graz eine Fahrzeitverkürzung von bis zu 50 Minuten. Mit dieser Zeitersparnis erreichen wir eine neue Dimension des Reisens, wie es uns auf der Weststrecke zwischen Wien und Salzburg bereits gelungen ist”, sagte Bauer. Auch der Güterverkehr werde profitieren. Auf der neuen Strecke können 1.600 Tonnen schwere Züge dann mit nur einer Lok fahren.” Durch den SBT werde die Bahn auch auf der Nord-Süd-Verbindung Österreichs zum Auto und zum Lkw konkurrenzfähig. Auf der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors, werden 200 Kilometer Bahnlinie modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut, 80 Kilometer neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Dazu gehört auch die Koralmbahn zwischen Kärnten und der Steiermark. Ab Ende 2026 werden Züge nur 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt nur 45 Minuten brauchen.

(APA/Red.)

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