Anzeigen nach Hitzekollaps in ICE in Deutschland

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Fahrgäste eines überhitzten ICE-Zuges kollabierten
Fahrgäste eines überhitzten ICE-Zuges kollabierten - © APA (dpa)
Nach dem Kollaps von Fahrgästen eines überhitzten ICE-Zuges in Bielefeld sind jetzt die ersten Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Der Inhalt werde zurzeit geprüft, sagte der Bielefelder Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart am Donnerstag. Die Behörde ermittelt gegen den ICE-Zugchef wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung.

Es geht um die Frage, ob der Mann den Zug früher hätte anhalten müssen, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war. Am Samstag waren mehrere Schüler auf dem Rückweg von einem Schulausflug in einem überhitzten ICE-Waggon zusammengebrochen. Neun Jugendliche mussten in Bielefelder Kliniken gebracht werden.

Die Klimaanlagen in Fernzügen der Deutschen Bahn funktionieren offensichtlich ohne Probleme nur bis zu einer Außentemperatur von 32 Grad. Dies gehe aus Aussagen hervor, die die Bahn “in einer ersten Anhörung” gegenüber dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) gemacht habe, sagte ein Sprecher der Bonner Behörde am Donnerstag. Danach seien die Klimaanlagen der Züge nur bis 32 Grad ausgelegt. Es sei aber noch nicht klar, was das genau bedeutet, so der Sprecher. Dies müsse das EBA in dem laufendem Verfahren herausfinden. Seit vorigen Samstag fiel in etwa 40 ICE und IC die Kühlung aus.

Die Ausfälle von Klimaanlagen in Fernzügen bleiben der Deutschen Bahn ein Rätsel. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit den Herstellern habe bei der ICE-2-Flotte “weder einen Wartungsmangel noch einen systematischen technischen Fehler” entdeckt, teilte Bahnvorstand Ulrich Homburg am Donnerstag mit. Bei den anderen Modellen ICE 1, ICE 3 und ICE T seien Schäden bisher nicht gehäuft aufgetreten. Als Konsequenz aus der Pannenserie der vergangenen Tage will die Bahn bei der regelmäßigen Wartung der Klimaanlagen “ab sofort noch einmal besonders” deren Leistungsfähigkeit überprüfen.

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