Anti-Terror-Übung mit 800 Soldaten und 50 Polizisten in Niederösterreich

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Bei der Anti-Terror-Übung in Niederösterreich.
Bei der Anti-Terror-Übung in Niederösterreich. - © APA
Ein fiktiver Terrorist, der getarnt als Reinigungskraft auf das EVN-Areal in Maria Enzersdorf gelangt und eine “schmutzige” Bombe wirft, um patroullierende Sicherheitskräfte abzuschütteln während er in ein Gebäude flüchtet, beschäftigte am Mittwoch die Polizei und das Bundesheer in Niederösterreich. Einsatzkräfte seilten sich bei der Übung von einem Hubschrauber auf das Dach ab.

Unter dem Titel “AEGIS 16” (ein Begriff aus der griechischen Mythologie: Schutzschild der Göttin Athene, Anm.) wird in dieser Woche der Schutz kritischer Infrastruktur geprobt. An der Antiterror-Übung in den Bezirken Bruck an der Leitha – beim Umspannwerk in Sarasdorf – und Mödling – auf dem Gelände der Zentrale des niederösterreichischen Energieversorgers – nehmen 800 Soldaten (550 Kadersoldaten und 250 Grundwehrdiener) und 50 Polizisten samt gepanzerten Transportfahrzeugen und zwei Hubschraubern teil.

Szenario mit IS-Kämpfer beschäftigte Einsatzkräfte in NÖ

Wie Übungsleiter Brigadier Christian Habersatter und Roland Scherscher vom NÖ Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erläuterten, wurden dem Szenario folgend auch ABC-Kräfte zur Dekontamination und Teams des in Wiener Neustadt beheimateten Einsatzkommandos Cobra angefordert. Laut Habersatter wurde das Kommando “schnelle Einsätze” als Spezialverband neu aufgestellt. Die Gesamtleitung lag bei der NÖ Landespolizeidirektion.

“Der Terror ist in Europa angekommen”, verwies Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf die Bedeutung der Übung, um die Einheiten aufeinander abzustimmen. Im Hinblick auf die besondere Bedrohungslage in Europa würden in der Terrorbekämpfung neueste Erkenntnisse umgesetzt, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). Neben realen Angriffen, wie sie etwa Paris und Brüssel getroffen hatten, würden auch Cyberanschläge eine Herausforderung darstellen.

Anti-Terror-Übung gegen potenzielle Gefahr

Beide Politiker betonten, dass das Zusammenspiel zwischen Polizei und Militär funktioniere und die jeweiligen Kompetenzen genutzt würden. Man sei gerüstet, erinnerte Sobotka an eine heuer bereits abgehaltene Antiterrorübung in Wien. “Wir haben Glück”, meinte er dazu, dass es bisher keinen Terroranschlag in Österreich gegeben habe. Notwendig sei die bestmögliche Ausstattung der Mannschaften, sah Doskozil noch Aufholbedarf mit modernem Gerät etwa in der Mobilität (Stichwort: Mannschaftstransporter Pandur). Budgetmittel seien reserviert.

Der Verteidigungsminister überreichte im Zuge der Übung neue Kampfhelme an die Soldaten des Jägerbataillons 33 und 19 sowie der Miliz-Jägerkompanie Tulln. Zu Jahresende soll mit der Auslieferung von insgesamt 20.000 Helmen, die sich durch geringes Gewicht – Größe L hat etwas 0,8 Kilogramm Gewicht – auszeichnen und eine Halterung für Nachtsichtgeräte haben, begonnen werden. Die Kosten liegen bei 19,7 Millionen Euro.

Sobotka übergab einen gepanzerten Mannschaftstransporter der österreichischen Firma Achleitner an die Polizei. Weitere Anschaffungen würden im Zuge einer Investitionsoffensive bis 2017 folgen. Zum Ablauf eines realen Einsatzes bei Gefährdung der inneren Sicherheit erklärte Sobotka, dass beim Schutz kritischer Infrastruktur sowie bei Botschaftsüberwachungen das Bundesheer auf Auftrag des Innenministeriums tätig wird.

(apa/Red)

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