Anspannung vor dem OPEC-Treffen in Wien

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Jüngste Aussagen des irakischen Ölminister Jabar al-Luaibi sorgten für etwas Optimismus.
Jüngste Aussagen des irakischen Ölminister Jabar al-Luaibi sorgten für etwas Optimismus. - © AP (Sujet)
Am Mittwoch kommen die Ölminister der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) in Wien zusammen, um über eine mögliche Produktionskürzung zu diskutieren. Damit sollen die Preise wieder ansteigen. Das Kartell wird über die künftige Förderpolitik beraten.

Eine Einigung wackelt nach Ansicht von Marktbeobachtern aber. Vor allem der Iran stellt sich nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen eine Kürzung. Auch der Versuch, andere wichtige Förderländer und nicht OPEC-Staaten wie Russland an Bord zu holen, schien zuletzt nicht erfolgreich zu sein.

OPEC-Verhandlungen für Öl-Preisanstieg in Wien

Eine “Ölschwemme”, ein Überangebot am Weltmarkt, hatte die Preise seit 2014 drastisch einbrechen lassen. Seither hat sich der Ölpreis auf vergleichsweise niedrigem Niveau wieder gefangen. Zur Zeit ist ein Barrel (159 Liter) für knapp 47 US-Dollar (44,44 Euro) zu haben.

Im September hatte die OPEC für viele Experten überraschend einen wichtigen Schritt hin zu einer Förderkürzung gemacht. Sie beschloss grundsätzlich eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel, nach zuletzt geschätzten 33,6 Millionen Barrel pro Tag im Oktober. Die Öl-Minister müssen dies in Wien aber noch formell absegnen.

Erschwerte Bedingungen für Einigung in Förderpolitik

Eine Einigung wackelt nach Ansicht von Marktbeobachtern aber. Vor allem der Iran stellt sich nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen eine Kürzung, allerdings sorgten jüngste Aussagen des irakischen Ölminister Jabar al-Luaibi für etwas Optimismus. Demnach seien konkrete Beschlüsse für eine Förderkürzung nach wie vor im Bereich des Möglichen.

Erschwert wurden die Verhandlungen in den vergangenen Monaten vor allem dadurch, dass die OPEC wichtige Förderländer außerhalb des Kartells in die Förderkürzung einbinden will, darunter vor allem Russland.

Ölpreise vor OPEC-Treffen leicht gestiegen

Die Ölpreise sind am Tag des wichtigen Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zunächst leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Jänner kostete Mittwochfrüh 46,76 US-Dollar (44,2 Euro). Das waren um 38 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 28 Cent auf 45,51 Dollar. Damit tendieren beide Ölpreise aber immer noch in der Nähe ihres Zwei-Wochen-Tiefs.

Irakischer Delegierter erwartet Übereinkunft

Zum Auftakt des OPEC-Treffens in Wien haben sich Vertreter des Irak und Iran optimistisch zur Aussicht auf eine Übereinkunft gezeigt. “Es wird heute eine Einigung geben”, sagte der Delegierte des Irak am Mittwoch auf dem Weg zu der Zusammenkunft. “Ich bin optimistisch”, betonte auch Irans Ölminister Bidschan Sanganeh.

Die großen Exportländer ringen seit Monaten um eine Begrenzung der Fördermengen, um der Rohöl-Schwemme Herr zu werden und den Ölpreis zu stabilisieren. Vor allem Iran und Irak stemmten sich gegen den Druck Saudi-Arabiens. Iran will Marktanteile zurückgewinnen, nachdem jahrelange Sanktionen gegen das Land im Zuge des Atomstreits aufgehoben wurden. Sanganeh sagte, der Iran sei nicht aufgefordert worden, die Ölmenge zu reduzieren.

Wegen Unstimmigkeiten innerhalb des Ölkartells galt eine Einigung bei dem OPEC-Treffen in Wien im Vorfeld als wenig wahrscheinlich.

(apa/Red)

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