An Kleidung tragbarer Sprachübersetzer in Japan entwickelt

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Der praktische Echtzeit-Übersetzer kann wie ein Namensschild getragen werden. - © Pixabay

Der japanische Konzern Fujitsu hat auf der Elektronikmesse Ceatec einen ultrakompakten Sprachübersetzungscomputer vorgestellt, der wie ein Namensschild an der Kleidung getragen werden kann. Das Gerät soll vor allem in Umgebungen eingesetzt werden, in denen Smartphones oder Tablet-Computer aus hygienischen oder technischen Gründen nicht verwendet werden können, etwa in einem Krankenhaus.

Fujitsu hatte im vergangenen Jahr noch versucht, den Sprachübersetzer auf Basis eines Tablet-Computers zu entwickeln. Bei einem Feldversuch in der Universitätsklinik von Tokio habe sich jedoch herausgestellt, dass es viele Situationen gegeben habe, bei denen Ärzte und Pflegepersonal alle Hände voll zu tun hatten. Deshalb habe man von der Verwendung eines Tablets abgesehen, erklärte ein Sprecher.

Zusammen mit dem University of Tokyo Hospital und dem National Institute of Information and Communications Technology (NICT) wurde ein Gerät entwickelt, das ohne Zuhilfenahme der Hände bedient werden kann. Der Kompaktcomputer in der Größe eines tragbaren Namensschildes könne außerdem den ganzen Tag getragen werden.

Fujitsu verwendet dabei eine Freisprechtechnologie, die Stimmen und Standorte von Personen erkennt und automatisch auf die richtige Sprache umschaltet. Der Akku des Übersetzers soll einen normalen Arbeitstag durchhalten. Das Gerät ist per Bluetooth mit dem Internet verbunden. Die eigentliche Übersetzung findet in der Cloud statt.

Der Übersetzungscomputer von Fujitsu ist Teil einer breiter angelegten Initiative der japanischen Wirtschaft, sich systematisch auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio vorzubereiten, zu denen viele Gäste aus dem Ausland nach Japan kommen werden. Der Sprachübersetzungscomputer beherrscht derzeit Japanisch, Englisch und Chinesisch und soll bis zum Start der Spiele noch weitere Sprachen erlernen. Er wurde am Mittwoch mit dem “Ceatec Award” in der Kategorie “Offene Innovation” als eines der besten Produkte auf der Messe in Chiba bei Tokio ausgezeichnet.

APA/dpa