Am Ende ein Fest – Trailer und Kritik zum Film

Am Ende ein Fest – Trailer und Kritik zum Film
Kann ein Film über das Abschiednehmen von sich selbst und vom Partner vor Humor sprühen? Ja, das geht, wie der israelische Kinoerfolg “Am Ende ein Fest” ab Freitag im Kino unter Beweis stellt.

Dem Regieduo Sharon Maymon und Tal Granit ist ein Film geglückt, der von alten Menschen handelt und das moralische Dilemma der Sterbehilfe thematisiert, ohne dabei je rührselig zu werden.

Am Ende ein Fest – Die Geschichte

Eine Gruppe von Freunden lebt in Jerusalem gemeinsam im Altersheim recht zufrieden und glücklich, bis der schwerkranke Max sie bittet, ihm beim Sterben zu helfen – ein moralischer Zwiespalt, der schier unaushaltbar scheint. Seine Frau Yana (Aliza Rosen) überredet ihre Freunde schließlich, und so konstruiert der Tüftler Yehezkel (Ze’ev Revach) eine Maschine, die Max selbst auslösen kann, damit ihm ein tödliches Beruhigungsmittel injiziert wird, das der pensionierte Tierarzt Dr. Daniel (Ilan Dar) besorgt.

Der schwere Schritt scheint vollbracht, doch dann macht das Wort über das Gerät die Runde in Jerusalem, und es melden sich immer mehr Menschen, um ihre Liebsten von Leiden zu befreien. Erneut sehen sich die Freunde einem moralischen Dilemma gegenüber. Und schließlich hat Yehezkel eine geradezu unmögliche Entscheidung zu treffen, hat seine geliebte Frau Levana (Levana Finkelstein) doch Alzheimer, der sich erschreckend schnell verschlechtert.

Am Ende ein Fest  – Die Kritik

Die beiden Filmemacher Maymon und Granit, die für ihren außergewöhnlichen Film bei den Filmfestspielen Venedig im Vorjahr mit dem Publikumspreis ausgezeichneten wurden, wandeln dabei scheinbar mühelos auf dem schmalen Grat zwischen Tragik und großem, zutiefst menschlichem Humor. Als etwa Levana in einer Alzheimerattacke nackt im Speisesaal auftaucht, nimmt die Clique kurz darauf mit einem Nacktfest im Gewächshaus der Situation ihre Peinlichkeit. Bei allen Absurditäten und Situationskomik bleibt “Am Ende ein Fest” stets authentisch nah an den fünf Charakteren, die allesamt in ihrer Eigenständigkeit zur Geltung kommen.

Der Film ist echtes Schauspielerkino mit Altstars des israelischen Kulturschaffens, die Menschen in einem Lebensalter auf die Leinwand bringen, die dort als Hauptdarsteller nur selten reüssieren dürfen. Von der Farbgebung her durchgängig in gedecktem Seniorenbeige gehalten, ist hier ein Werk gelungen, das von den schweren Dingen mit großer Leichtigkeit erzählt und unkitschige Bilder für das findet, was nicht gesagt werden kann.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Mehr auf vienna.at

Werbung