Am Berg und im Gemeindebau: Indische Restaurants in Wien

Von Sarah van den Berg
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Indische Restaurants gibt es in Wien bereits seit den 70ern. Indische Restaurants gibt es in Wien bereits seit den 70ern. - © dpa
Allein Indiens Größe von 3.287.590 Quadratkilometern gibt schon einen guten Hinweis darauf, wie vielfältig die Küche sein muss. In den 28 Bundesländern gibt es starke regionale Unterschiede. In Wien scheint bei den rund 40 indischen Restaurants ein Schwerpunkt auf der südindischen Küche zu liegen. VIENNA.AT hat sich umgeschaut und Restaurant-Tipps zusammengestellt.

Für die einen ist es zu scharf, den anderen kann es gar nicht scharf genug sein. Aber indisches Essen zeichnet sich durch weitaus mehr aus, als nur Schärfe. Die indische Kochtradition gehört zu den ältesten der Welt und auch zu den beliebtesten. Gewürze haben einen hohen Stellenwert, kaum etwas, das ohne serviert wird: Auch Obst, Joghurt oder andere Desserts werden nur selten ohne Gewürze zubereitet.

Fleisch hingegen spielt eigentlich keine so große Rolle, nicht zuletzt weil sich viele Hindus vegetarisch ernähren. Auf den Speisekarten der Wiener Restaurants spiegelt sich das nur bedingt wider, denn natürlich wird auf die hiesigen Gepflogenheiten eingegangen.

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A propos Gepflogenheiten: In einigen indischen Bundesländern ist kein Alkohol erhältlich, aber auch davon ist in den Speisekarten nichts zu spüren.

Österreichische Gepflogenheiten, indische Küche

Indisches Essen gibt es in Wien nicht nur in den explizit als indisch bezeichneten Restaurants, auch in sri-lankischen oder pakistanischen Lokalen finden sich zahlreiche indische Gerichte auf der Speisekarte. Typisch ist übrigens, dass zu vielen Speisen Brot serviert wird: Chapati (ein Weißbrot, das eher im Westen und Norden des Landes üblich ist), Naan(Brot aus Hefeteig) oder Papadam/ Papadum (Fladen aus Linsenmehl). Das erste indische Restaurant in Wien öffnete bereits in den 1970er-Jahren im ersten Bezirk.

Mittlerweile ist die indische Küche, bzw. der Teil der indischen Küche, der in Wien repräsentiert wird, nicht mehr wegzudenken. Ungewöhnlich mag es erscheinen, dass auch in Restaurants niedriger Preisklasse das Gedeck verrechnet wird. Andere Länder, andere Sitten. Ist dies der Fall, sollte es jedoch in der Speisekarte vermerkt sein, bzw. werden die Kellner darauf hinweisen.

Indische Restaurants in Wien

Bereits seit 1986 gibt es das Koh-i-noor (1., Marc-Aurel-Straße 8). Benannt ist es nach dem wohl berühmtesten Diamanten der Welt und geführt wird es von den Brüdern Vijay und Lalit Tikoo. Täglich geöffnet von 11.30 bis 14.30 Uhr und 18 bis 23 Uhr. Werktags gibt es einen günstigen Mittagsteller, jeweils vier Gerichte stehen zur Auswahl.

Das Nam Nam (6., Webgasse 3) will sich bewusst von alteingesessenen indischen Restaurants abheben. Diese haben in vielen Fällen „sehr traditionelle, oft Klischee-beladene Einrichtung“ und bieten Gerichte mit „schwer verdaulichen Saucen und einheitlichem Geschmack“ an, heißt es von den Betreibern, die darauf „bewusst verzichten“. Die Nachspeise Chai Crème Brûlée ist ein gutes Beispiel für den Ansatz der Köche. Es gibt eine wöchentlich wechselnde Karte. Dienstag vis Sonntag von 11 bis 14.30 Uhr und 18 bis 23 Uhr geöffnet. Einen weiteren Standort als Deli mit Take-Away konzipiert gibt es in Margareten (5., Arbeitergasse 8).

Bei dem Namen „Schutzhaus am Heuberg – Restaurant, Most- und Weinheuriger“ (17., Röntgengasse 39) vermutet wohl kaum jemand, dass indisches Essen serviert wird. Wird es aber, zumindest am Abend. Der Betreiber Sridharan Bhashyam, genannt „Roger”, bringt nämlich nicht nur perfekt zubereitete österreichische Hausmannskost auf den Tisch, sondern auch Spezialitäten aus Südindien. Auf Vorbestellung – die Reservierung muss zwei Tage im Voraus erfolgen – wird für Gruppen ab fünf Personen auch eigens ein indisches Menü nach Wunsch zubereitet.

Italienisches, Indisches und typische Gerichte der Wiener Küche finden sich auf der Speisekarte des Gemeindebau-Inders „I love Pizza“ (2., Engerthstraße 249/4/1a). Im Kurt-Heller-Hof darf man sich kein Luxus-Restaurant erwarten, aber bodenständige Küche aus drei Ländern. Besonders der Zustelldienst hat zahlreiche Stammkunden gewinnen können. Geleifert wird nach Leopoldstadt, Brigittenau, Landstraße und zum Teil auch Alsergrund. Täglich außer Samstag geöffnet von 10.30 bis 22 Uhr.

Obwohl das Rani (6., Otto-Bauer-Gasse 21) keine eigene Homepage hat, ist es längst kein Geheimtipp mehr. Ohne Reservierung ist nur schwer ein Tisch zu ergattern. Täglich von 11 bis 14.30 Uhr und 18 bis 23 Uhr geöffnet. Die Speisekarte erklärt genau, was man sich von den Gerichten erhoffen darf. Wer es scharf mag, sollte beispielsweise nach den Begriffen „Vindaloo“ oder „Madras“ Ausschau halten. Für mehrere Personen stehen auch gemischte Platten mit verschiedenen Gerichten auf der Karte. Diese sind besonders für jene empfehlenswert, die zum ersten Mal indisch essen.

Weitere Artikel aus der Reihe „Kulinarische Weltreise“ finden Sie hier.

(SVA)



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