“Altes und hässliches” Juventus wieder Meister

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Juve feiert den siebenten Scudetto in Folge
Juve feiert den siebenten Scudetto in Folge - © APA (AFP)
Juventus Turin bricht einen Rekord nach dem anderen und ist zum siebenten Mal in Serie italienischer Fußball-Meister. In den wichtigsten europäischen Ligen ist das sonst noch keinem Club gelungen. Mit einem 0:0 bei der AS Roma vollendeten die Bianconeri am Sonntag auch das vierte Double in Folge.

Dass Verfolger Napoli vor wenigen Wochen noch das Ende der Juve-Ära ausgerufen hatte, sorgte im Moment des Triumphes für eine Retourkutsche. “Jemand hat zu viel geredet und zu früh gefeiert”, sagte Verteidiger Giorgio Chiellini. “Wir sind ruhig geblieben, als es wichtig war, und nun können wir es genießen. Verletze nie unsere Ehre – das gibt uns Kraft”, führte der aktuell verletzte Teamspieler aus.

Der 33-jährige Chiellini ist einer von fünf Profis neben Gianluigi Buffon, Stephan Lichtsteiner, Andrea Barzagli und Claudio Marchisio, die bei den jüngsten sieben Meistertiteln mit dabei waren. Dass Kritiker von einer langweiligen Mannschaft über ihrem Zenit geschrieben haben, sorgte bei Chiellini für schmunzeln. “Sie sagen wir sind alt und hässlich, aber es sind immer wir, die gewinnen”, meinte der Routinier.

Aus dem Häuschen war in Italien niemand, zu gewohnt ist man die Dominanz von Juve. “Stärker als je zuvor”, schrieb die Turiner Zeitung “La Stampa” über den Serienchampion. Trainer Massimiliano Allegri gewöhnt sich nach eigenem Bekunden nicht ans Gewinnen. Eine Vertragsverlängerung steht für den Erfolgscoach wohl auch an. “Wenn sie mich nicht rauswerfen, bleibe ich, glaube ich, auch das nächste Jahr”, sagte der 50-Jährige, der zuletzt mit dem Cheftrainer-Posten bei Arsenal und Chelsea in Verbindung gebracht wurde.

Kurz sah es so aus, als könnte Napoli dem Meister den Titel streitig machen. Mit einem 1:0 im direkten Duell in Turin verkürzten die Süditaliener vor drei Wochen den Rückstand auf einen Zähler. Rund 10.000 Fans empfingen die feiernden Napoli-Stars damals am Flughafen. Im Kampf um die erste Meisterschaft seit 1990 leistete sich Napoli dann aber einen 0:3-Ausrutscher in Florenz und ein 2:2 gegen Torino. In der vorletzten Runde der Serie A war damit alles fix.

Das entscheidende Spiel zum Titel war wenig berauschend. Juve begnügte sich in Rom mit Minimalisten-Fußball und hatte spätestens nach dem Platzverweis für AS-Profi Radja Nainggolan (68.) alles sicher im Griff.

(APA/dpa/ag.)

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