Alternativen zum eigenen PKW in Großstädten wie Wien

Alternativem zum eigenen Auto in der Großstadt.
Alternativem zum eigenen Auto in der Großstadt. - © APA
Wie wir in unserer Artikelreihe bereits festgestellt haben, sind heute bereits viele Städte überfüllt, von Smog geplagt, man findet keinen Parkplatz und der Lärmpegel ist enorm.

Diese Fahrzeuge lediglich mit alternativen und vermeintlich umweltfreundlicheren Antrieben auszustatten, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Immer mehr Großstadtbewohner, wie z.B. in Wien, kommen zu dem Entschluss, dass es sich gar nicht mehr lohnt, ein eigenes Automobil anzuschaffen. Die Erhaltungskosten sind hoch, Platz dafür ist ohnehin keiner und Spaß macht es eigentlich auch keinen mehr, sich durch die überfüllten Straßen zu kämpfen. Der Stresslevel ist mittlerweile so hoch geworden, dass selbst echte Autopuristen mittlerweile lieber auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Doch so ganz ohne Fahrzeug geht es auf Dauer dann meist auch nicht. Ebenso erfreuen sich viele Österreicher am Fahrerlebnis, dem Komfort und der Unabhängigkeit, die ein eigenes Automobil mit sich bringen. Wählt man nun als Alternative ein herkömmliches Taxi oder einen alternativen Fahrdienst, so sind zumindest der Komfort und die Unabhängigkeit zurück gewonnen. Das Fahrerlebnis bleibt jedoch weiterhin auf der Strecke, wenn man nur Passagier und nicht Pilot ist. Die Alternative ist, diverse Carsharing Anbieter zu nützen, welche in Wien bereits von BMW und Mercedes angeboten werden. Eines nennt sich Car2Go, das andere DriveNow.Car2go ist ein flexibles Carsharing ohne feste Mietstationen. Man kann das Car2go überall flexibel im Wiener Geschäftsgebiet anmieten und abstellen. Car2go bietet alle Vorteile eines Autos, ohne eines zu besitzen: Parken, Tanken & Versicherung inklusive. Keine Fixkosten – keine Sorgen. Als Fahrzeuge stehen hier meist Smarts zur Verfügung.

Hier kostet die Minute 31 Cent, für eine ganze Stunde zahlt man 14,90.- EUR und für 24 Stunden bereits 69,00.- EUR. Würde man so für 365 Tage im Jahr ein Auto anmieten, so wären dies stolze 25.185,- EUR für einen Smart pro Jahr. Dies stellt auf Dauer somit keine Ersparnis dar. Die Frage ist, wie oft und für wie viele Stunden pro Tag braucht man ein Auto? Nehmen wir als Rechenbeispiel an, dass wir im Durchschnitt ein Auto 2 Stunden pro Tag benötigen und dies 5 Tage die Woche. So wären das über ein Jahr gesehen 7.748,- EUR. Geht man davon aus, dass man kein Auto kaufen muss, sich nicht über den Unterhalt und mögliche Reparaturen Gedanken machen und sich auch nicht über die überteuerte motorbezogene Versicherungssteuer ärgern muss, so ist damit bereits ein Punkt erreicht, wo dieses System durchaus interessant wird. Allerdings sprechen wir hier nur von einem Smart. Damit wird der Möbelkauf beim Ikea am Samstagvormittag schon recht spannend und schnell ganz unmöglich. Selbst der Familientransport mit in Österreich im Schnitt 1,7 Kindern wird hier zur ganz besonderen Herausforderung und senkt auf Dauer bestimmt nicht unseren Stresslevel.

Bei DriveNow starten die Kosten pro Kilometer bei 27 Cent pro Minute. Hier stehen in Wien 450 Fahrzeuge zur Verfügung und in allen europäischen Großstädten bereits mehr als 4200 Fahrzeuge. Bei ca. 740.000 derzeit in Wien angemeldeten PKW’s erscheinen 450 Fahrzeuge von DriveNow wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Beide Anbieter arbeiten jeweils mit einer eigenen App und so soll vermeintlich bereits heute stets ein Fahrzeug zur Verfügung stehen. Die Palette der Fahrzeuge erstreckt sich hier vom BMW I3, dem BMW 1er über den BMW Active Tourer zum Mini Clubman, dem Mini 5-Türer bis hin zum Mini Cabrio – für ein sonniges Sommerwochenende. Damit gibt es zumindest schon Möglichkeiten, die durchschnittlich 1,7 Kinder und den Wocheneinkauf im Lieblingssupermarkt problemlos zu transportieren.

Egal welcher Anbieter hier Fahrzeuge zur Verfügung stellt, das Angebot an elektrisch angetriebenen Modellen ala BMW I3 wird auch hier stets größer. Alle herkömmlich angetrieben Fahrzeuge sind zumindest mit kleinen und recht sparsamen Motoren ausgestattet.

Nun haben wir festgestellt, dass es in Wien sehr viele Möglichkeiten gibt, sich motorisiert fortzubewegen und es besteht auch bereits die Chance, alternative Antriebe im Sinne einer zukunftsweisenden e-Mobility zu nutzen und somit etwas mehr Nachhaltigkeit in unser aller Leben zu bringen.

Doch weshalb steigen eigentlich Toyota und Volkswagen bei Newcomern wie Uber und Gett ein? Was erwarten sich diese herkömmlichen Hersteller von dieser vermeintlichen „Zukunftsinvestition“? Welche Ziele und Visionen verbergen sich dahinter? Darüber werden wir uns im kommenden Artikeln Gedanken machen.

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