Aktien-Talfahrt vorerst gestoppt

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Aktien-Talfahrt vorerst gestoppt
Mit dem Bekenntnis zu ihrer Nullzinspolitik hat die US-Notenbank Fed die zweiwöchige Talfahrt der internationalen Aktienmärkte am Mittwoch vorerst gestoppt.

Anleger deckten sich in Frankfurt wieder mit Dividendenpapieren ein. Auch zahlreiche Rohstoffe verteuerten sich wieder. Gleichzeitig intensivierte die Schweizer Nationalbank ihren Kampf gegen den Zufluss billigen US-Geldes in den Franken. Das Misstrauen in die Entwicklung der Weltwirtschaft hielt allerdings den Goldpreis hoch. Auch Bundesanleihen waren weiterhin gefragt.

“Jede gute Nachricht als Grund für eine Rally”

Der Dax, der in den vergangenen zehn Handelstagen insgesamt rund 20 Prozent eingebüßt hatte, stieg im frühen Handel um 1,4 Prozent auf 6.000 Punkte. “Das ist nur eine Erleichterungsrally”, betonte Analystin Louise Cooper vom Brokerhaus BGC Partners. “Die Märkte sind so stark heruntergeprügelt worden, dass jede gute Nachricht als Grund für eine Rally herhält. Aber es gibt noch zu viele Unsicherheitsfaktoren.” Die Rückzahlung der Staatsschulden könnte das Wirtschaftswachstum auf Jahre hinaus dämpfen.

Börsen in Tokio und Shanghai legen zu

Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 2.288 Zählern. Am Vorabend hatte die Fed-Entscheidung dem US-Standardwerteindex Dow Jones zu einem vierprozentigen Kurssprung verholfen. Die Börsen in Tokio und Shanghai legten ebenfalls zu. Am Rohöl-Markt stiegen die Preise für die Sorten Brent und WTI um drei beziehungsweise 3,5 Prozent. Das wichtige Industriemetall Kupfer kostete 1,7 Prozent mehr als am Vortag.

Frankenstärke: Schweizer Währungshüter greifen ein

Unterdessen kämpft in der Schweiz die Notenbank gegen den starken Franken an. Um die Attraktivität des ebenfalls als sicher geltenden Franken zu schmälern, wollen die Währungshüter die Liquidität deutlich ausweiten. “Die massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine Bedrohung für die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz dar”, teilten die Zentralbanker mit. Wegen der Schuldenkrisen in den USA und der Euro-Zone hat die Schweizer Währung im Vergleich zu Dollar und Euro seit Jahresbeginn rund 30 Prozent zugelegt und in den vergangenen Wochen wiederholt neue Rekordhöhen erreicht.

Waren EZB-Zinserhöhungen ein Fehler?

Stark gefragt waren auch Bundesanleihen. Der Bund-Future legte 71 Ticks auf 133,12 Punkte zu. “Wenn sich die Fed auf eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik bis mindestens 2013 festlegt, ist das ein schlechtes Omen für die Konjunkturaussichten”, sagte ein Händler. “Die Frage ist nun, ob die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Zinserhöhungen einen Fehler gemacht hat.”

Die Kurse der italienischen und spanischen Staatsanleihen zogen ebenfalls an. Wie bereits in den vergangenen Tagen spekulierten Börsianer, dass die EZB die Papiere dieser beiden hoch verschuldeten Euro-Staaten aufkauft. (APA)

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