Akademische Tortenschlacht auf Uni Wien

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Studenten protestieren gegen vermeintliche Einschränkung ihrer universitätspolitischen Mitsprache-Möglichkeiten – Karikatur der “Tortung” des Rektors vorige Woche.

Mit ihrer „Tortenschlacht“ vor dem Rektorat hat die Hochschülerschaft an der Universität Wien am Mittwoch für reges Medieninteresse gesorgt. Kamerateams, Fotografen und Journalisten machten die Aktion zu einer der meistbesuchten universitätspolitischen „Veranstaltungen“ der vergangenen Jahre. Elf Torten landeten in den Gesichtern der in Overalls und Trainingsanzügen gekleideten Studenten.

Mit der Aktion protestierten die Studenten gegen den von Rektor Georg Winckler vorgelegten neuen Organisationsplan der Hochschule, der im nächsten Monat vom Universitätsrat beschlossen werden soll. Die Hochschülerschaft sieht darin eine Einschränkung der Mitbestimmung und die Errichtung von autoritären Strukturen. Die von Uniformierten und Polizisten in Zivil überwachte „Schlacht“ sollte vor allem die „Tortung“ von Winckler in der Vorwoche karikieren: Die Studentenvertreter argumentieren, dass das Werfen von Süßwaren eine Form des gewaltfreien Protests sei.

Selbst gebacken… ÖH-Gelder seien für die Torten nicht verwendet worden, meinte eine Hochschülerschaft-Sprecherin auf APA-Anfrage. Zum Teil sei selbst gebacken worden, den Rest hätten die Aktivisten mitgebracht. Auch für die Erst-Reinigung der tortenverschmierten Rektorats-Tür sorgten die Studenten selbst. Einzig über die Wirkung des Protests zeigte sich eine Studentenvertreterin skeptisch: Zwar seien die Torten für die Medien interessant, der Hintergrund der Aktion interessiere aber niemanden.

Das Rektorat fand die „Selbst-Tortung“ der Studenten weniger lustig – man appellierte zur inhaltlichen Diskussion zurückzukehren. Die Behauptung der ÖH, dass die Studentenvertreter durch das neue Universitätsgesetz (UG) nicht mehr eingebunden seien, treffe nicht zu. Über Curricularkommission und fachspezifische Arbeitsgruppen könnten die Studenten bei der Neugestaltung und Änderung der Studienpläne mitwirken. Über Beiräte auf der Ebene der Studienrichtungen, in der die Studierenden 50 Prozent der Mitglieder stellen könnten, wäre auch bei der Qualitätssicherung der Lehre und der Studien- und Lehrorganisation ein Mitreden möglich.

Redaktion: Bernhard Degen

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