AK und OÖ bieten Bruckmüller-Mitarbeitern Unterstützung an

Nach der Insolvenz des oberösterreichischen Reifengroßhändlers Bruckmüller haben Arbeiterkammer (AK) und Land Oberösterreich den 111 betroffenen Dienstnehmern Unterstützung zugesagt. Ihre Oktoberlöhne haben die Beschäftigten laut AK schon bekommen, das mit der Oktoberabrechnung fällige Weihnachtsgeld nur teilweise.

Für die AK ist es – nach Wozabal und Fill – bereits die dritte Großinsolvenz, die sie seit Ende August in Oberösterreich betreut. Sie rät den betroffenen Dienstnehmern auch in diesem Fall, die Arbeitsverhältnisse nicht überstürzt aufzulösen, damit keine Ansprüche verloren gehen. Sollte jemand doch selbst kündigen wollen, wird empfohlen, sich vorher beraten zu lassen.

Die Kammer hat angekündigt, Versammlungen für die Mitarbeiter abzuhalten, in denen diese informiert werden, wie sie zu ihren offenen Löhnen und Gehältern kommen. Auf Wunsch kümmert sie sich auch kostenlos um die Anmeldung und Beantragung der offenen Ansprüche bei Gericht und beim Insolvenz-Entgelt-Fonds. Wann die Betroffenen mit Geld aus dem Fonds rechnen können, lasse sich nicht abschätzen. Man werde aber alles daransetzen, die Wartefrist möglichst kurz zu halten, so AK-Präsident Johann Kalliauer.

Wirtschaftsreferent LHStv. Michael Strugl (ÖVP) sagte den Beschäftigten ebenfalls “volle Unterstützung” zu, sollte die geplante Fortführung des Unternehmens scheitern. Grundsätzlich gebe es in Oberösterreich derzeit viele offene Stellen. Für alle, die trotzdem Unterstützung brauchen, stünden Instrumente wie Stiftungen, die arbeitsplatznahe Qualifizierung und Angebote im Rahmen des Paktes für Arbeit und Qualifizierung zur Verfügung.

Der Reifengroßhändler Bruckmüller sowie drei weitere Unternehmen der Gruppe haben am Donnerstag beim Landesgericht Steyr Insolvenz angemeldet. Von den vier Insolvenzen sind insgesamt 111 Dienstnehmer und rund 380 Gläubiger betroffen. Die Passiva betragen insgesamt 51,4 Mio. Euro, die Aktiva 9,58 Mio. Euro. Zu den Masseverwaltern der Firmen wurden die Rechtsanwälte Günther Grassner, Norbert Mooseder, Erhard Hackl und Markus Weixelbaumer bestellt.

Die größte der vier Insolvenzen ist die Hans Bruckmüller Reifengroßhandel G.m.b.H. in Kremsmünster mit rund 90 Mitarbeitern und 200 bis 300 Gläubigern. Aktiva von 7,7 Mio. Euro stehen Passiva von etwa 40,9 Mio. Euro gegenüber. Ebenfalls ein Sanierungsverfahren beantragt haben die Reifen Bruckmüller G.m.b.H. in Wels, die Reifen Bruckmüller G.m.b.H. in Sierning sowie Othmar Bruckmüller als Inhaber der “BRM” KFZ-Leasing Dr. Othmar Bruckmüller. Nicht von der Insolvenz betroffen sind die Reifen Bruckmüller G.m.b.H. in Leonding und die Reifenland Bruckmüller G.m.b.H. in Linz.

(APA)

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