Afghanistan: Dutzende Tote bei Anschlägen

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Bei zwei Anschlägen in Afghanistan sind mindestens 24 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Einer der Anschläge habe sich in einem Dorf an der Grenze zu Pakistan ereignet.

In der südafghanischen Grenzstadt Spin Boldak riss ein Selbstmordattentäter nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Kandahar, Assadullah Khalid, 20 Menschen mit in den Tod. 20 weitere seien verletzt worden. In der Stadt Kandahar waren wenige Stunden zuvor vier Afghanen bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Am Sonntag hatte ein Selbstmordattentäter in Kandahar den ranghöchsten kanadischen Diplomaten in Afghanistan, Glyn Berry, mit in den Tod gerissen.

In Spin Boldak fuhr ein Motorradfahrer in eine Menge, die einem Ringkampf zusah, und zündete einen Sprengsatz. Khalid machte das benachbarte Pakistan für den jüngsten Anschlag verantwortlich. „Hinter dieser feigen und bösen Tat stecken Feinde Afghanistans, die in Pakistan ausgebildet, ausgerüstet und geschützt werden“, sagte er. Die Agentur Afghan Islamic Press (AIP) mit Sitz in Pakistan berichtete, zu dem Anschlag hätten sich die radikal-islamischen Taliban bekannt. Die Agentur zitierte einen Taliban-Sprecher mit der Aussage, es habe sich um eine ferngesteuerte Bombe gehandelt.

Zuvor, beim zweiten Angriff am Montag, hatte ein Selbstmordattentäter in Kandahar einen Sprengsatz gezündet, als eine Militärkolonne vorbeifuhr. Drei Soldaten und ein Passant wurden den amtlichen Angaben zufolge getötet; 16 wurden verletzt. Die Taliban bekannten sich auch zu diesem Anschlag, sprachen jedoch von drei getöteten US-Soldaten. Am Sonntag waren in Kandahar außer dem kanadischen Diplomaten zwei afghanische Zivilpersonen getötet worden.

In den vergangenen vier Monaten wurden in Afghanistan rund 25 Selbstmordanschläge verübt. Trotz einer deutlichen Zunahme der Angriffe beharrte die internationale Schutztruppe ISAF am Montag darauf, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan nicht verschlechtert habe.

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