Ärztekammer warnt vor "medizinischem Proletariat"

Ärztekammer hat große Bedenken
Ärztekammer hat große Bedenken - © APA (dpa)
Die von Wissenschaftsministerin Karl angepeilte Reform des Medizinstudiums, die Absolventen ohne Turnusausbildung eine Teilapprobation bringen soll, stößt bei Ärzten der Österreichischen Ärztekammer auf heftigen Widerstand. Auf diese Weise würden “kostengünstige Systemerhalter für das Spitalssystem” herangezüchtet, warnte Vizepräsident Harald Mayer am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

“Wir haben große Bedenken, dass wir eigentlich ein medizinisches Proletariat zulassen würden, was wir nicht wollen”, sagte Mayer, der auch Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte ist. Die in der Reform angedachte verlängerte Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin anstelle des bisherigen Turnus würde dann wohl nur für den niedergelassenen Bereich gelten. Mayer verwies auf Gremienbeschlüsse der Ärztekammer gegen die Reform. Ärztekammer-Chef Dorner oder der steirische Kammer-Präsident Routil haben sich zuletzt allerdings dafür ausgesprochen.

Die Turnusärzte sind jedenfalls mit ihrer derzeitigen Ausbildungssituation nicht zufrieden, ergab eine im April durchgeführte Befragung des Ifes-Instituts im Auftrag der Ärztekammer unter 620 Medizinern. 36 Prozent vergaben dafür die Note 3, 27 Prozent die Note 4 oder 5. Jene in Ausbildung zum Allgemeinmediziner leiden vor allem unter administrativen Tätigkeiten, künftige Fachärzte unter langen Dienstzeiten. Die Ärztekammer hat wiederholt Administrationsassistenten zur Entlastung der Ärzte gefordert.

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