Ärztekammer fordert 300 Kassen-Stellen: Für WGKK bei Verhandlung “kein Thema”

Bei der Verhandlung mit der WGKK sollen die geforderten Zusatz-Stellen "kein Thema" werden.
Bei der Verhandlung mit der WGKK sollen die geforderten Zusatz-Stellen "kein Thema" werden. - © WGKK
Am Dienstag will die Wiener Ärztekammer mit der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) über 300 zusätzliche Kassenplanstellen verhandeln. Dabei gibt es jedoch einen Haken: Diese Forderung soll beim Treffen “kein Thema” werden.

Laut dem bei der WGKK für Vertragspartnerverrechnung und -verhandlung zuständigen Direktor Andreas Obermaier ist die Forderung der Wiener Ärztekammer nach 300 zusätzlichen Kassen-Ordinationen beim Zusammentreffen am Dienstag “kein Thema”.

Der Invertragnahmeausschuss findet laut Obermaier routinemäßig alle zwei bis drei Monate statt. In diesen Sitzungen werde über einzelne Stellen in Wien entschieden: “Im Prinzip ist das Hauptthema der Treffen: Wird die Stelle nachbesetzt, wird sie in einen anderen Bezirk verlagert, wird sie möglicherweise umgewandelt – zum Beispiel von einem Lungenfacharzt in einen Augenarzt”, so Obermaier.

WGKK: Über 300 Zusatz-Ordinationen werde nicht verhandelt

Obermaier sei seitens der WGKK Stimmführer in der Sitzung: “Da habe ich hinten und vorne keinen Auftrag und kein Pouvoir über 300 Stellen zu verhandeln.” Es wäre außerdem nicht machbar bzw. rechtlich korrekt, in einem solchen Ausschuss über 300 Stellen zu verhandeln. Vielmehr handle es sich dabei um eine Frage der Menge der Stellen im Stellenplan: “Das sind Gesamtvertragsverhandlungen auf höchster Ebene, die aber heute nicht stattfinden.”

Seiner Meinung nach handle es sich um ein “großes Missverständnis”, das von der Ärztekammer hochstilisiert werde: “Warum die Ärztekammer jetzt sagt, heute wird über 300 Stellen verhandelt, ist für uns nicht nachvollziehbar.”

Derzeit 1.500 Kassenstellen in Wien

In Wien gebe es derzeit circa 1.500 Kassenstellen von Allgemein- oder Fachmedizinern. Die geforderten 300 zusätzlichen Ordinationen würden ein Plus von 20 Prozent bedeuten, rechnete der WGKK-Direktor weiter vor. Das stehe in keinem Verhältnis zum Bevölkerungswachstum von 2,4 Prozent im Vorjahr. “Das ist Zehntel von dem, was da an Stellenforderungen kommt. Das passt einfach nicht.”

Die Gebietskrankenkasse werde jedenfalls beim heutigen Treffen mit den Ärztekammer-Vertretern darauf drängen, das 62 – seit Jahren – genehmigten, aber bisher nicht besetzte Posten zur Gruppenpraxenerweiterung oder -gründung endlich ausgeschrieben werden. “Unsere Forderung wäre, dass man bis zum Sommer mindestens die Hälfte ausschreibt. Wenn man die bis zum Juni ausgeschrieben hat, dann wird ein guter Teil im Herbst besetzt sein.” Das reiche “für das Bevölkerungswachstum von mehreren Jahren”, so Obermaier.

(APA/Red)

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