Ärger auch am Tag danach über Slopestyle-Farce

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Anna Gassers Medaillenchancen wurden verblasen
Anna Gassers Medaillenchancen wurden verblasen - © APA
Nach der gefährlichen Windlotterie im Slopestyle-Finale der Snowboarderinnen war die Empörung im ÖSV-Lager auch am Tag danach noch groß. “Der Ärger ist sicher nicht verraucht. Es war leider Gottes eine Entscheidung, die in keiner Weise nachvollziehbar ist”, sagte Christian Galler, Chef von Österreichs Boardern.

Die Verantwortlichen in Bokwang hatten am Sonntag die Qualifikation wegen zu starken Windes abgesagt, das Finale am Tag danach aber trotz ähnlich gefährlicher Bedingungen mit dem Hinweis durchgepeitscht, dass es ansonst gar kein Finale geben würde. Die Österreicherin Anna Gasser hatte zu den Mitfavoritinnen gezählt, kam am Ende aber bei grenzwertigen Verhältnissen über Platz 15 nicht hinaus.

“Wir hatten im Finale Windböen in mindestens gleicher Intensität wie am Vortag. Da war es der Jury wert, es abzusagen. Am Finaltag aber nicht, das ist nicht nachzuvollziehen”, sagte Galler. Der ÖSV hatte bereits früh im Bewerb protestiert, aber vergeblich.

“Man ist ja praktisch machtlos”, sagte Galler. “Wir brauchen fünf Athletinnen und drei im Ziel, dann zählt das Ergebnis. Wenn wir als Österreich mit einer Athletin protestieren, freuen sie sich sogar, denn dann ist eine der Top-Athletinnen weg.”

Aus Gallers Sicht war das Finale unverantwortlich. “Da gibt es keine Ausrede. Bei gezählten 41 Stürzen bei 50 Runs stimmt doch was nicht. Entweder sind die Athleten, sorry, deppert, oder es stimmt an der Wettkampf-Anlage etwas nicht. Ich gehe von Zweiterem aus.”

Aus Gallers Sicht hätten die Verantwortlichen die Meinung der Fahrerinnen mit zu wenig Nachdruck an die Jury herangetragen. Dabei sei Slopestyle auch eine durchaus gefährliche Sportart. “Wir hatten 30 fitte Athletinnen anfangs. Dann waren es nur noch 26 und nach dem ersten Training nur noch 25. Das sagt eh genug aus, ob es gefährlich ist oder nicht.”

Der Ski-Weltverband, der auch für die Snowboard-Bewerbe verantwortlich ist, hat indes erneut jede Kritik an der Durchführung des Finales des olympischen Slopestyle-Bewerbs der Damen am Montag von sich gewiesen. “Es hat keinen formellen Protest gegen die Durchführung gegeben”, betonte FIS-Kommunikationsmanagerin Jenny Wiedeke. “Wir stehen in engem Kontakt mit den Sportlern und Trainern.” Gleichwohl gab es aber kritische Stimmen aus dem Feld der Aktiven. “Sie haben mit Renndirektor Roby (Moresi) gesprochen und ihre Bedenken geäußert”, gab Wiedeke zu. Der Start des Bewerbs musste um mehr als eine Stunde nach hinten verschoben werden und wurde schließlich trotz teils widriger und gefährlicher Windbedingungen durchgezogen.

Im Lager der ÖSV-Snowboarder erhofft man sich unterdessen bei den Spielen drei Medaillen, eine aus jeder der drei Sparten Freestyle, Cross und Alpin. Gasser bekommt noch eine Chance im Big Air, als Nächste sind am Donnerstag die Boardercrosser in Bokwang im Einsatz.

(APA)

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