841 Tweets: Wiener Polizei zieht Bilanz über “24-Stunden-Twittermarathon”

841 "Tweets" setzte die Wiener Polizei in 24 Stunden ab.
841 "Tweets" setzte die Wiener Polizei in 24 Stunden ab. - © LPD Wien
Am Samstag, den 23. September, um 07:00 Uhr begann die 24 Stunden Twitter-Aktion der Wiener Polizei. Elf Beamte twitterten teils im Minutentakt alle Strafenwagen-Einsätze in Wien. Insgesamt wurden 841 “Tweets” abgesetzt.

Die Wiener Polizei hat am Wochenende einen 24-stündigen Twitter-Marathon absolviert. Von Samstag 7.00 Uhr bis Sonntag 7.00 Uhr twitterten elf Beamte teils im Minutentakt alle Streifenwagen-Einsätze in der Bundeshauptstadt. 841 Tweets gaben einen humorvollen Einblick in das breite Spektrum der Polizeiarbeit – von Verkehrskontrollen und Streitereien über Nachtschwärmer, Einbrecher und Diebe.

“#24h133” beherrschte Samstag und Sonntag auch den Twitter-Österreich-Trend. Zahlreiche Einsätze waren typisch fürs Wochenende, viele alkoholgeschwängert. “Auf der Gürtelbrücke spazieren die letzten Nachtschwärmer nach Hause – Unsere Kolleginnen zeigen ihnen den nächsten Gehsteig”, lautete so einer der ersten Einsätze. Wegen Nachwirkungen der Freitagnacht mussten die Beamten am Vormittag mehrfach ausrücken, Samstagnacht folgten zahlreiche Lärm-, Musik- und Ruhestörungseinsätze. Die “vermutlich beste Party von ganz Wien” beendete die Exekutive in Favoriten, weil “die Nachbarn sehen das anders”. “#Jöschau – Nur mit Schuhen bekleidet findet ein nackter Mann offensichtlich den Weg ins Hawelka nicht. Anton4 hilft gerne weiter”, hieß es am frühen Sonntagmorgen. Ein Fahrgast, der in der Leopoldstadt nicht aus dem Taxi steigen wollte, “durfte” schließlich bei der Polizei übernachten.

Polizei-Tweets im Minutentakt

Mehrmals betätigten sich die Beamten als Streitschlichter. “In #Fünfhaus gerieten sich soeben zwei 80-Jährige in das nicht mehr vorhandene Haar. Otto2 ist unterwegs”, informierte die Polizei Samstagmittag. In der Donaustadt rückten die Beamten zu einer Auseinandersetzung mit Eisenstange aus. “Waren dann doch nur Nordic-Walking-Stöcke und der Streit eher eine kleinere Meinungsverschiedenheit”, folgte wenig später die Entwarnung. Häufig wurden Streithähne und Beteiligte an Raufereien von den Beamten besucht und beruhigt.

Auch tierisch ging es am Twitterkanal zu. In Hernals befreiten die Beamten einen seit Stunden im Auto eingesperrten Hund und ernteten dafür zahlreiches Lob der User. In einer WC-Anlage in einem Park in Landstraße fanden Beamte eine Schlange, sie wurde der Tierrettung übergeben. Gelobt wurde Sonntagfrüh ein Fahrzeuglenker, der einer “suizidgefährdeten Katze” ausgewichen war. “Katze und Fahrer wohlauf”, informierten die Beamten.

Humorvolle Einblicke in die Arbeit der Wiener Polizei

Mehrere Einsätze nahmen eine unerwartete Wendung. Ein mutmaßlicher Einbrecher in Favoriten stellte sich schließlich als harmloser Suchender heraus. “‘Ich kann mein Schlüsselloch nicht finden…’ Geklärt! Der Mann wurde nach Hause gelotst. Es war wohl eine etwas längere Nacht. ;)”, konstatierten die Beamten. Ein verdächtiger “Herumschleicher” in Meidling entpuppte sich wiederum als neuer Bauherr.

Am Samstag beschäftigte Gefahr von oben die Polizei. So warf erst ein Mann in Landstraße Gegenstände aus dem Fenster, etwas später folgte in Wieden ein Bürosessel, ehe der Nachbarbezirk an der Reihe war. “Schon wieder ein ‘Sessel-Schmeißer’. Diesmal in #Mariahilf. Was ist denn da los? #TagderfliegendenMöbelstücke?”, fragten die twitternden Polizisten. Weitere Funkwagen-Einsatzgründe waren zahlreiche Verparkungen (falsch abgestellte Fahrzeuge, Anm.), verwirrte Personen, Graffiti-Sprayer und Diebe. Ein Falschparker in Hernals erhielt sogar Radklammern. In Mariahilf erklärte die Besetzung des Funkwagens Emil5 einem “Langfinger, wie das mit dem Bezahlen funktioniert #stehlenistout”.

Bevölkerung sollte Einblicke in Polizeiarbeit erhalten

“Das Ziel, der Bevölkerung einen Einblick in das breite Spektrum der Polizeiarbeit zu geben und die Vielfalt und Quantität der Einsätze aufzuzeigen, wurde vonseiten der Wiener Polizei erfüllt. Die Rückmeldungen und die Kommentare der Follower waren durchwegs positiv”, bilanzierte die Polizei am Sonntag. Vorbild für den 24-Stunden-Twitter-Marathon war übrigens die Berliner Polizei. Diese hatte bereits im Jahr 2014 mit dem Hashtag #24hPolizei einen Tag lang alle ihre Einsätze auf Twitter dokumentiert.

APA/Red.

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