81-Jähriger mit Baseballschläger erschlagen: Mordprozess geht in die zweite Runde

81-Jähriger mit Baseballschläger erschlagen: Mordprozess geht in die zweite Runde
Zum zweiten Mal hatte sich am Montag ein 52-jähriger Wiener im Straflandesgericht vor Geschworenen zu verantworten, weil er im Februar 2006 in Wien-Döbling einen 81 Jahre alten Pensionisten erschlagen haben soll.

Sie behauptete, mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie der 52-Jährige mehrmals mit einem Baseballschläger auf den betagten Rentner einschlug und diesem im Anschluss eine Herrentasche wegnahm. Der 52-Jährige wurde neuerlich in U-Haft genommen, die Staatsanwaltschaft bekam im Hinblick auf die neue Beweislage eine Wiederaufnahme des Verfahrens bewilligt.

 

Mit Baseballschläger mehrfach auf den Kopf

Heute erzählte die 36-jährige Frau dem Schwurgericht (Vorsitz: Ulrich Nachtlberger), dass sie am Abend des 4. Februar 2006 ihren damaligen Freund begleitete, als dieser in Döbling Autos aufbrechen wollte. Am Nussdorfer Platzl sei diesem der 81-jährige Kurt Z. aufgefallen. “Schau, da ist Geld”, soll der Mann gesagt haben und dem Pensionisten gefolgt sein. In der menschenleeren Freihofgasse soll er dann diesem mit einem Baseballschläger mehrfach von hinten auf den Kopf geschlagen haben.

“Es war sehr laut. Ich konnte nach dem ersten Schlag nicht mehr hinschauen”, erzählte die Zeugin. Zu Hause hätte sie mit ihrem Ex-Freund die geraubte Tasche zerschnitten, die neben 400 Euro ein Sparbuch über 102.000 Euro, den Personalausweis des 81-Jährigen und vor allem dessen Wohnungsschlüssel enthielt.

Mit dem Schlüssel soll sich der Angeklagte wenige Tage nach der Bluttat Zutritt in die Wohnung des Opfers verschafft haben, das zu diesem Zeitpunkt im Koma lag. Der 52-Jährige nahm laut Anklage das Mobiltelefon des Pensionisten an sich und setzte sich in dessen Auto, das er anschließend inserierte und im Namen von Kurt Z. verkaufte.

Beteuert weiterhin seine Unschuld

Wie schon im ersten Verfahren bekannte sich der Angeklagte auch diesmal “nicht schuldig”, obwohl der Staatsanwalt ihm diesmal Mord vorwarf, weil nach seinem Dafürhalten dem Angreifer klar sein musste, dass der 81-Jährige wuchtige Schläge mit einem Baseballschläger kaum überleben würde. “Die Frau lügt”, schwor der 52-Jährige. Er sei mit dieser niemals einbrechen gegangen und habe sich zum Tatzeitpunkt zu Hause befunden.

Die Anschuldigungen erklärte er sich damit, dass die Frau – eine gebürtige Ungarin – ihn auf Jahre ins Gefängnis habe bringen wollen, um weiter in seiner Wohnung bleiben zu können: “Ich hab’ sie nämlich rausgeschmissen, weil jedes Mal, wenn ich nach Hause gekommen bin, es dort einen Saustall gehabt hat.” Außerdem habe ihm die Frau einen Computer und einen Fotoapparat gestohlen.

Kurt Z., den Passanten gegen 20.00 Uhr bewusstlos und blutüberströmt im Schnee liegend vorgefunden hatten, war drei Wochen nach dem Überfall infolge seiner schweren Kopfverletzungen gestorben. Der Täter hatte ihm einen doppelten Schädelbruch zugefügt.

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