700 Dohlen-Paare brüten in Wien

Zahlreiche Dohlen sind in Wien heimisch
Zahlreiche Dohlen sind in Wien heimisch - © David Hoi
Die MA 22 ist den Dohlen auf der Spur: Etwa 700 Dohlen-Brutpaare sind in Wien zu Hause, das ergab eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) in Kooperation mit der Wiener Umweltschutzabteilung-MA 22.

Vor allem im 2., 21. und 22. Bezirk ist der kleinste heimische Rabenvogel mit dem grauen Nacken und dem kurzen Schnabel zu beobachten. Ende März beginnen die Brutpaare, die oft ein Leben lang zusammen bleiben, ihre Nistplätze zu beziehen.

Hier brüten die Dohlen in Wien

In Wien sind das vor allem Kamine, Strukturen an und in Gebäuden oder auch Spechthöhlen in Bäumen. Als Alternative bzw. Ergänzung zum natürlichen Angebot, können den Dohlen auch künstliche Nisthilfen angeboten werden. Da Dohlen häufig an höher liegenden Gemäuern alter Burgumwehrungen oder an Kirchtürmen zu beobachten sind, werden sie andernorts auch als “Turmdohlen” bezeichnet.

Flugkünstler mit keckem Ruf

Dohlen sind häufig gemeinsam mit Nebelkrähen anzutreffen, aber aufgrund der hellen Augen, der geringeren Größe und der charakteristischen “Kjek”-Rufe von diesen gut zu unterscheiden. Ausgewachsene Dohlen haben zudem oft einen mehr oder weniger stark ausgeprägten weißen Kragenring. Ihre komplexen sozialen Strukturen machen die Beobachtung der Dohlen ebenso interessant wie ihre häufig gezeigten “Flugkunststücke”.

Ein Teil der Stadt-Dohlen verbleibt auch über die Winterzeit im Brutgebiet, sofern ein ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung steht. Auf dem Speiseplan der Dohlen stehen Insekten und Kleintiere, die sie vor allem auf kurzrasigen Flächen in Parks oder auf Brachen erbeuten.

Streng geschützte Dohlen brüten auch an Gebäuden

Dohlen sind gemäß dem Wiener Naturschutzgesetz streng geschützte Tiere, was auch Nistplätze und Lebensräume umfasst. Im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogrammes Netzwerk Natur werden Maßnahmen zum Schutz bzw. zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Dohlen durchgeführt. Dazu zählt, neben Informationen über diese bedeutende Art, das Anbringen von Nistkästen an Gebäuden, z.B. an einem Wohnbau in der Stammersdorfer Straße, oder der Schutz alter Bäume mit Spechthöhlen. Diese Maßnahmen sind notwendig, weil zunehmend bestehende Nistmöglichkeiten verloren gehen. Sind bei Bauvorhaben die Brutplätze von Dohlen oder anderen gebäudebrütenden Arten bedroht, ist zu überprüfen, ob eine Bewilligung nach dem Wiener Naturschutzgesetz erforderlich ist. In diesem Fall ist es ratsam, schon vorab geeignete Maßnahmen mit der MA 22 abzuklären.

Mehr Informationen zu gebäudebrütenden Arten sowie zu Dohlen in Wien finden Sie unter diesem Link. 

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