4×4 bei Kleinwagen: Auch die Zwerge zeigen auf

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4×4 bei Kleinwagen: Auch die Zwerge zeigen auf
© Audi
Alles, was unter vier Metern Länge misst, wird nicht nur zu den Kleinwagen, sondern zur Untergruppe der Kleinstwagen gezählt.

Nun könnte man meinen, dass so ein automobiler Mini mit dem Haupteinsatzgebiet der Cities wohl mit einer einzigen angetriebenen Achse auskommen müsste. Das tun sie in der Regel auch. Bloß gibt es vereinzelte Modelle, für die der Hersteller auch eine Allrad-Version zur Auswahl stellt. Damit können auch Zwerge stark mit 4×4 aufzeigen.

Einer der Vorreiter und nach wie vor einer der prominentesten und auch beliebtesten Vertreter ist der Fiat Panda. Er hat seine Modellkarriere 1980 angetreten, als rudimentär ausgestattetes Haushaltsgerät auf vier Rädern. Zu seiner Praktikabilität als kantiger kurzer Zwerg mit vergleichsweise üppigem Laderaum, der das Dickicht der Städte ebenso meistern kann wie schmalspurige Landsträßchen addierte Fiat im Jahr 1983 Allradantrieb. Das mechanisch, über einen Hebel zuschaltbare System machte ihn zum Freund der Wein- und der Bergbauern. An Geländemeisterschaft übertraf er so manchen Großmeister. Seine Karosserie-Kanten hat man, ihn im Laufe der Modellgenerationen abgeschliffen, auch investierten die Italiener mehr Augenmerk auf Komfort und Geräuschdämmung. Der mechanisch herstellbare starre Durchsatz zwischen den Achsen ist mittlerweile auch einem elektronischen System gewichen. Dabei hat Österreich, vielmehr Magna Powertrain, traditionell die Hände im Spiel. Beim aktuellen 4×4-System wird Antriebskraft nach Bedarf (Torque on Demand) allen vier Rädern einzeln zugeteilt. Es ist aber auch auf Knopfdruck ein elektronisches Sperrdifferenzial aktivierbar. Damit ist der Fiat-Zwerg weniger knorrig in seinem Kletterverhalten und spielt dennoch so manchen SUV-Softroader im durchaus recht ernsthaften Gelände locker an die Wand. Das tut er als 0,9-Liter-Zweizylinder-Benziner mit 85 PS anregend munter, als 1,3-Liter-Vierzylinder Diesel mit 95 PS richtig bärig.

Eine Frage der Kurven-Haftung

Suzuki, Spezialist einerseits für Allradantriebssysteme und andererseits – neben ernsten und soften Offroadern – für Kleinwagen offeriert für den Swift eine 4×4-Version. Die ist weniger dafür gedacht, dem kleinen Japaner eine Lizenz zum Klettern mitzugeben, sondern sorgt vielmehr für erhöhte Haftung auf glattem und rutschigem Untergrund, aber auch auf griffigem Asphalt. Trotz des eher bescheiden wirkenden Leistungsangebots von 90 PS aus einem Vierzylinder-Benziner macht der flitzige, mit knapp mehr als 1100 Kilo auch recht leichte kleine Suzuki dank Allradantrieb mittels Visco-Kupplung mehr als beachtliche Meter und Sekunden auf kurvigem Terrain.

Audis Interpretation eines Zwerg-Sportlers basiert auf dem Benjamin der Modellpalette, dem A1. Steht anstelle des A ein S und danach ein „Quattro“, so steckt dahinter der kleinste der Ingolstädter Allrad-Typen. Der erinnert zwar weniger an seinen Namensvorgänger, einer Version des Rallye-Boliden Audi Sport Quattro von 1984/1985. Der holte damals aus seinem 2,1-Liter-Fünfzylinder-Benziner eine Leistung von 306 PS und 350 Nm Maximal-Drehmoment. Der aktuelle S1 (ist als Dreitürer und als Sportback zu haben) schöpft aus seinem Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner 231 PS und 370 Nm Höchstdrehmoment.

(KECKEIS)

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