40 Jahre Silberpfeil: Die Wiener U-Bahn feiert Jubiläum

Eine U1-Garnitur fährt in die Station Stephansplatz ein.
Eine U1-Garnitur fährt in die Station Stephansplatz ein. - © APA/Georg Hochmuth
Am 3. November 1969 startete am Karlsplatz der Bau des Wiener U-Bahn-Netzes, doch erst ab 1976 waren tatsächlich Züge unterwegs. Seit dem wurde Stahl von umgerechnet 700 Riesenrädern verbaut. Nicht umsonst: Immerhin gibt es derzeit 95 Stationen auf 69,5 Kilometern.

Die U-Bahn in Wien wird 40 Jahre alt – wobei am Dienstag allerdings nicht die Jungfernfahrt, sondern der Beginn der Bauarbeiten gefeiert wird. Am 3. November 1969 fuhren die Bagger am Karlsplatz auf, um die ersten Aushübe für das unterirdische Fortbewegungsmittel zu tätigen. Die Aufnahme des regulären Betriebs auf dem U4-Teilabschnitt zwischen Heiligenstadt und Friedensbrücke erfolgte erst am 8. Mai 1976. Derzeit umfasst das U-Bahnnetz fünf Linien, die auf 69,5 Kilometern 95 Stationen anfahren.

Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien, freute sich in einer Pressekonferenz über eine “eindrucksvolle Bilanz” und unterstrich diese mit entsprechenden Zahlen. Demnach wurden bisher sechs Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt, was einem Volumen von zweieinhalb Cheopspyramiden entspricht. Zudem wurden 300.000 Tonnen Stahl (700 Riesenräder) sowie 2,7 Millionen Kubikmeter Beton verarbeitet, wodurch sich laut Verkehrsbetrieben eine Betonmischerkolonne von Wien bis nach Madrid füllen ließe.

Niederflurwagen im Vormarsch

Bis zum Vorjahr wurden für den kontinuierlichen Ausbau insgesamt 7,5 Milliarden Euro aufgewendet. Brauste – mit Ausnahme der Linie U6 – in den ersten knapp drei Jahrzehnten ausschließlich der “Silberpfeil” durch die Stadt, sind mittlerweile die Niederflurwagen (V-Type) mit durchgehendem Innenraum und modernerem Design im Vormarsch.

Der politische Grundstein für die Wiener U-Bahn wurde am 26. Jänner 1968 durch einen Beschluss des Gemeinderates gelegt. Das 30 Kilometer lange Grundnetz – bestehend aus den Linien U1, U2 und U4 – war allerdings erst im Jahr 1982 fertiggestellt. Sieben Jahre später wurde dann der erste Teilabschnitt der U6 (Philadelphiabrücke bis Heiligenstadt) eröffnet, auf ihrem gegenwärtigen Kurs ist sie seit 1996 unterwegs.

Endstation Hauptbahnhof

Die U3 wiederum nahm ihren Dienst im Jahr 1991 zwischen Volkstheater und Erdberg auf. Seit 2000 pendelt die jüngste der Linien zwischen Ottakring und Simmering. 2006 wurde die U1 im Norden bis Leopoldau, 2008 schließlich die U2 im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft bis zum Stadion erweitert. Momentan wird an der Streckenfortführung bis zum ehemaligen Flugfeld Aspern gebaut, die 2013 abgeschlossen sein soll. Bis 2018 ist der Ausbau in Richtung Süden geplant, wobei die U2 dann in der Nähe des künftigen Hauptbahnhofs enden wird.

Steinbauer verwies auf zahlreiche technische Herausforderungen während der vergangenen 40 Jahre. Als Beispiel nannte er die zweifache Unterfahrung des Donaukanals, die oberirdischen Donauquerungen inklusive der Verlegung Unterwasserbetonsohlen oder den Tunnelbau unterhalb des Stephansdoms. Die erstmalige Anwendung des “Masse-Feder-Systems” im Gleisoberbau habe es darüber hinaus möglich gemacht, unter der Staatsoper oder nahe dem Musikverein eine Trasse zu verlegen.

Fünfteilige DVD-Box

Nachzulesen ist die (Vor-)Geschichte des Wiener U-Bahn-Baus im eben erschienenen und mit zahlreichen spektakulären Bildern versehenen Buch “Das Wiener U-Bahn-Netz. 200 Jahre Planungs- und Verkehrsgeschichte” von Johann Hödl, das gemeinsam mit einer fünfteiligen DVD-Box erschienen ist. Die Jubiläumsausgaben sind an allen Vorverkaufsstellen der Wiener Linien erhältlich.

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