38. Wiener Musikfest im Konzerthaus: Heuer keine Festwochen-Kooperation

Diesmal keine Kooperation mit den Festwochen.
Diesmal keine Kooperation mit den Festwochen. - © APA
Im Mai startet im Wiener Konzerthaus zum 38. Mal das Musikfest, das bisher in Kooperation mit den Festwochen stattfand. Der finanzielle Beitrag der Festwochen bleibe heuer aber aus, bedauerte Intendant Matthias Naske bei der Programmpräsentation.

Das Musikfest mit einem Werkschau zu Pierre Boulez findet dennoch statt. Auch der Musikverein muss künftig auf die Kooperation verzichten.Wien. Das Ende der Kooperation mit den Festwochen unter ihrem neuen Intendanten Tomas Zierhofer-Kien sei ihm im vergangenen Sommer mit Verweis auf die budgetäre Lage der öffentlichen Hand mitgeteilt worden – ein Ende, das er mit Bedauern quittieren, so Naske: “Ich habe keine Freude damit.”

Schließlich entgingen dem Haus auf diese Weise 200.000 Euro, was die Komplexität der Finanzierung deutlich erhöhe. “Aber wir werden das meistern”, zeigte sich der Konzerthaus-Chef optimistisch – auch wenn der Anteil der öffentlichen Hand am Gesamtbudget mit dem Entfall der aktuellen Summe auf 12,6 Prozent sinke: “Wir strudeln ganz schön – aber es geht interessanterweise.”

“Weiter offen” für Kooperation mit den Festwochen

Er wolle jedenfalls keine verbrannte Erde mit den Festwochen hinterlassen: “Ich bin weiter für Kooperationen offen, die auf einem neuen Fundament stehen müssen.” Schließlich müssten in Zukunft die kulturellen Institutionen koalieren, um relevant zu bleiben. Davon unabhängig plane er das Musikfest als eigenständige Marke zu erhalten – im biennalen Wechsel mit den bisherigen Festwochen-Konzerten im Musikverein: “Ich möchte den Zweijahresrhythmus einhalten.”

Schließlich sieht man sich auch im Musikverein von der Streichung der Subvention in selber Höhe betroffen, bedauerte Intendant Thomas Angyan. Das finanzielle Argument sieht der Musikvereinschef dabei nur als vordergründig an: “Ich sehe das als Konzept der neuen Festwochen-Intendanz.” Und natürlich sei es das gute Recht eines neuen Intendanten, seine Schwerpunkte zu setzen, auch wenn dabei eine seit den 1950ern bestehende Kooperation zerstört werde: “Die Frustration dieses Bruches ist gegeben.” Zugleich sei er mittlerweile schon vieles gewohnt. Und dass der Anteil der öffentlichen Hand am Etat nach Wegfall der 200.000 Euro auf zwei Prozent sinke, bringe auch Freiheiten mit sich.

Musikfest im Konzerthaus

Klar sei jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt: “Wir werden sicher ein eigenes Musikfest machen.” Das sei dann nicht als Konkurrenz zu den Festwochen zu verstehen, aber die Planungen für 2018 seien nunmal schon lange abgeschlossen und diejenigen für 2020 auf dem Höhepunkt.

Man sei derzeit auf der Suche nach einem Sponsor, wobei der künftige Name für die Veranstaltungsreihe noch nicht feststehe: “Aber sie wird sicher nicht mehr ‘Festwochen-Konzerte’ heißen.”

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen