35-Jähriger zuckte aus – Haft

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Kleinkind in Mistkübel gesteckt, Wohnung angezündet, Freundin verprügelt – Drei Jahre Haft für 35-Jährigen, der unter Alkoholeinfluss immer wieder ausrastete – Urteil rechtskräftig.

Immer wieder hatte ein 35-jähriger Wiener Probleme, seine Aggressionen unter Kontrolle zu bringen, wenn er getrunken hatte. Nach zehn Vorstrafen – großteils wegen Körperverletzung – entsagte er daher für vier Jahre dem Alkohol. Bis zum Vorjahr:
Alkoholisiert prügelte der Meidlinger seine Freundin im November 2005 von einem gemeinsam besuchten Lokal nach Hause.

Als sie geflüchtet war, nahm er ihr Kind aus der Wohnung und setzte es in einen Restmüllcontainer, bevor er versuchte, das Appartement anzuzünden. Dafür wurde er von einem Schöffensenat (Vorsitz: Thomas Hahn) am Mittwoch im Wiener Landesgericht rechtskräftig zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt.

Dass er wieder zu trinken begonnen habe, stehe in einem gewissen zeitlichen Zusammenhang mit dem Kennenlernen seiner Freundin, sagte der Angeklagte. Am Anfang sei es durchaus harmonisch gewesen: „Wir haben am Anfang auch einiges unternommen.“ So sei man mit dem Sohn seiner Freundin schwimmen gegangen. Doch das Paar, das im selben Haus wohnte, habe auch miteinander getrunken.

Protokoll “mit Beihilfe der Polizisten”


Am 6. November sei er zunächst arbeiten gewesen, sei dann mit seiner Freundin in eine Pizzeria und in ein anderes Lokal gegangen, wo er jeweils etwas getrunken habe. Auf dem Heimweg kam es dann zu einer ersten Auseinandersetzung, in der Nähe der Wohnungen zu einer weiteren. Dabei schlug er – laut Gutachten mittelschwer alkoholisiert – zu, woran er sich aber trotz anders lautender früherer Aussagen bei der Polizei nicht mehr erinnern konnte. „Das Vernehmungsprotokoll ist mit Beihilfe der Polizisten gemacht worden“, meinte er.

Auch dass er seiner Freundin etwas antun wollte, was ihr wirklich weh tun sollte, wusste er nicht mehr. „Mir kommt das so vor, wie wenn ich zu fantasieren ang’fangt hätt’“, sagte er über seine Polizeieinvernahme. Dass er zugegeben habe, dass er den Sohn seiner Freundin aus ihrer Wohnung geholt und in einen Abfallcontainer gesetzt habe, um anschließend ihre Wohnung anzuzünden, habe er nur getan, weil er Angst gehabt habe, „dass mir ein Mord ang’hängt wird“, sagte er. Es habe nämlich bei der Polizei geheißen, “ dass ich ein Kind umbracht haben soll und dass es besser ist, dass ich alles zugeben soll“. Die einvernommenen Polizisten wiesen diese Darstellung zurück.

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