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Wanda und 800.000 Besucher starteten Donauinselfest

Großer Andrang beim Donauinselfest
Großer Andrang beim Donauinselfest ©APA
Am 35. Wiener Donauinselfest sind zum Auftakt am Freitag - trotz kühler Witterung - insgesamt 800.000 Besucher gezählt worden. Das teilte der Veranstalter, die Wiener SPÖ, mit. Gröbere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Headliner des Abends war die Austropop-Band Wanda, die auf der großen Festbühne von Zehntausenden Zuhörern bejubelt wurde.

Die Band war zum zweiten Mal auf der Megaparty zu Gast – und feierte einen stets ungefährdeten Heimsieg. Dass der Andrang noch größer war als bei der Premiere 2015 lag auch daran, dass diesmal nicht auf der FM4-Bühne sondern auf der großen Festbühne aufgegeigt wurde. Das Publikum war relativ bunt gemischt. Kids in Elternbegleitung waren genauso zu sehen wie ältere Semester oder Teenies, die sich über die coole Hintergrundmusik zum smartphonen freuten.

Sänger Marco Wanda begrüßte die Fans mit einem “Herzlich Willkommen, Schatzi” und setzte zum Auftakt ultimativ auf Nummer sicher. Denn wenn es einen Garant gibt, um ein Publikum sofort auf Touren zu bringen, dann wohl den: Man ist die Band Wanda und spielt “Bologna”. Das funktionierte, jedenfalls vorübergehend.

Hits wie “Luzia”, “Auseinandergehn ist schwer”, “Schickt mir die Post”, “Meine beiden Schwestern” oder das wunderbar lässig dargebotene “Stehengelassene Weinflaschen” folgten. “Ihr seid unfassbar”, jubelte der Mann am Mikro in die Menge, was aber nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Stimmung gelegentlich abkühlte. Das könnte auch an den frischen Temperaturen gelegen haben.

Doch aufgegeben wird bestenfalls ein Brief. Die bestens motivierten Wanda-Gesellen ließen sich von solchen Widrigkeiten keineswegs beeindrucken. Ein inbrünstiges “Lascia mi fare” sorgte ohnehin rasch für Tauwetter. Die Frage “Habt’s es schön, Schatzi?” wurde vielstimmig bejaht. Auch dass Sänger Marco der ersten Reihe einen Besuch abstattete, wurde hörbar gutgeheißen. Ein Fan durfte sich sogar über ein spezielles Geschenk freuen: Er erhielt vom Frontmann eine halbgerauchte Zigarette in die Hand gedrückt.

Für das Wienerische sorgte unter anderem ein Streicherensemble, für die nötige Portion Räudigkeit das weiße Unterleibchen, in dem sich Marco Wanda vorübergehend präsentierte. Der Zugabenteil war lang und stimmig. “Ich sterbe”, “1,2,3,4” oder “Columbo” waren da etwa zu hören. Zum Schluss folgte dann nochmals der Ausflug nach “Bologna” – mit letztendlich allgemeiner Euphorie.

Quasi als Support für die Stars des Abends fungierte Rea Garvey. Der aus Irland stammende Sänger war einst die markante Stimme der inzwischen aufgelösten deutschen Formation Reamonn. Der Superhit der Band, “Supergirl”, durfte bei seinem Auftritt natürlich nicht fehlen.

Die FM4-Bühne stand am Freitag ganz im Zeichen des Rap. Als Headliner sorgte die Antilopen Gang für Stimmung, die sich selbstbewusst mit den Worten “die Kings sind back” ankündigten. “Der Eintritt ist frei, das Wetter ist gut und die Antilopen Gang ist der Headliner – wie kann man da nicht gut drauf sein”, fragte sich die deutsche Hip-Hop-Formation.

Das sah augenscheinlich auch das Publikum so, das begeistert zu Nummern wie “Enkeltrick”, “Outlaws” oder “Der goldene Presslufthammer” mitrappte und zu den Beats hüpfte. “Es ist über ein Jahr her, dass wir das letzte Mal in Wien waren und wir hatten Sehnsucht”, gestand die Band, die an Wien nicht nur ihre Fans, sondern vor allem auch die “Kaskrainer” schätzt.

In Partylaune war davor auch die Linzer Rapperin Mavi Phoenix, die – im Kontrast zu ihrer international tauglichen Musik – mit dem Publikum ausschließlich im Dialekt kommunizierte. “Ich geh meistens immer voll früh heim, aber heute will ich ein bisschen feiern”, verkündete die lässig in weiter Jacke und Sonnenbrille gekleidete Rapperin. Dazu war auch das Publikum bereit, das zu “Yellow”, “Aventura” oder “Janet Jackson” tanzte.

Auch ihre neueste Single “Bite” kam gut an, in der es um Schlangen geht, wie sie erklärte: “Es gibt nämlich in dem Business ein paar Schlangen und die beißen dich ab und zu.” Mit ihrem eigenen Label will Mavi Phoenix das anders machen: “Wir schauen aufeinander, wir lieben einander.”

Davor brachte unter anderen die österreichische Rapperin und Poetry-Slammerin Yasmo mit ihrer Band Die Klangkantine das Publikum zum Tanzen. Bei bestem Aprilwetter mit einem Wechsel zwischen Regen und den letzten Sonnenstrahlen performte sie ihre (gesellschafts-)politischen und feministischen Texte zu den Klängen der Big Band.

Das dreitägige Gratisfestival wird am Samstag unter anderem mit Auftritten von Voodoo Jürgens, Ernst Molden, den Shout Out Louds, Konstantin Wecker oder Lisa Stansfield fortgesetzt.

(APA)

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