275 Millionen schweres Investitionspaket für die Infrastruktur des Waldviertels

Pröll will in die Infrastruktur des Waldviertels investieren.
Pröll will in die Infrastruktur des Waldviertels investieren. - © apa (Sujet)
Das niederösterreichische Landesregierungsteam der ÖVP NÖ hat ein umfassendes Investitionspaket für das Waldviertel diskutiert und beschlossen. Das 275 Millionen schwere Projekt soll in neun Bereichen Impulse für die positive Weiterentwicklung des wirtschaftlich “unterschätzten” Landesteils geben, so Landeshauptmann Erwin Pröll am Mittwoch.

Nach Jahrzehnten der Abwanderung gebe es seit 2010 eine positive Wanderungsbilanz. Laut Regionalentwickler Josef Wallenberger seien im Zeitraum 2009 bis 2014 über 22.300 Menschen zugezogen – die stärkste Gruppe davon 25- bis 34-Jährige mit kleinen Kindern. Das bedeute: die Jungen kommen aufgrund der Lebensqualität zurück. Das Bruttoregionalprodukt stieg von 2000 bis 2013 um 45 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro.

Rücksichtsvoller Ausbau des Straßennetzes

Diese Trendwende weiter “anzustoßen” sei Ziel der Maßnahmen, nannte Pröll voran den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Mit fünf Millionen Euro werde die ÖBB beim Ankauf neuen Wagenmaterials für den “City-Jet” auf der Franz-Josefs-Bahn unterstützt, morgens und abends soll es Schnellverbindungen geben und ab 2018 eine Verknüpfung mit der Westbahn im Halbstundentakt. Von Gmünd aus werde der Flughafen Wien-Schwechat direkt zu erreichen sein, und damit komme man “mit drei Mal Umsteigen von Gmünd nach New York”.

140 Millionen Euro sollen bis 2020 in den Straßenbau fließen, kündigte der Landeshauptmann den teilweise dreispurigen Ausbau der zwei Achsen Wien – Stockerau – Horn – Gmünd und Krems – Zwettl – Vitis, verbunden mit Ortsumfahrungen etwa von Zwettl oder Droß an. Der Autobahnknoten Stockerau Ost soll einen sechsspurigen Ausbau erfahren. 2020 soll dann evaluiert werden, ob damit das Auslangen gefunden oder im Interesse schneller Anbindungen eventuell doch noch autobahnähnliche Straßen nötig würden. Es gelte dabei, auf die Landschaft des Waldviertels zu achten, so Pröll.

Pröll stellte Investitionspaket für das Waldviertel vor

16 Millionen Euro werden im Gesundheitsbereich für Bau- und Sanierungsprojekte in den Waldviertler Spitälern veranschlagt, wobei Pröll ein Bekenntnis zu allen Standorten in der Region ablegte. Am Sektor Bildung werden die Berufsschule Schrems ausgebaut und beim Nationalpark Thayatal wetterfeste Holzhütten als Übernachtungsmöglichkeit für Schulklassen, die das dortige ökopädagogische Zentrum besuchen, geschaffen. Im Bereich Kinderbetreuung nannte Pröll 5,6 Millionen Euro für neue Plätze bis Ende 2017.

Weiters erwähnte der ÖVP-Landesparteichef den Breitbandausbau, in den 37 Mio. Euro fließen. Bis 2018 würden 19.800 Haushalte und 1.400 Betriebe im Waldviertel über Glasfaseranschlüsse verfügen. Dieselbe Summe werde in den weiteren Hochwasserschutz investiert: 13 Projekte seien im Laufen, 16 kämen bis 2023 dazu – ohne Krems bzw. Donau. Im Vorfeld der nächsten Landesausstellung in Pöggstall würden 23 Millionen für die Schlossrenovierung und Infrastruktur im Umfeld eingesetzt.

Um den Zuzug weiter zu unterstützen, werde das “Erfolgsprojekt Wohnen im Waldviertel”, in dessen Rahmen bereits 4.000 Objekte “wiederbelebt” wurden, fortgesetzt, so Pröll. Zur Ortskernbelebung dienen ebenfalls Förderungen u.a. für Sanierungen.

(apa/Red)

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