24-Jähriger gab sich als Drogenfahnder aus: Prozess wurde vertagt

Der Prozess wurde vertagt, da zwei Opfer nicht erschienen waren.
Der Prozess wurde vertagt, da zwei Opfer nicht erschienen waren. - © APA (Sujet)
Am Donnerstag musste sich ein 24-Jähriger am Wiener Landesgericht verantworten. Der Fall, mit dem sich die Richterin beschäftigen musste, war dabei sehr ungewöhnlich.

Richterin Patrizia Kobinger-Böhm musste sich am Donnerstag mit einem eher ungewöhnlichen Vorfall am Wiener Landesgericht befassen: Ein 24-Jähriger hatte sich 2013 als Polizist ausgegeben und zwei Männern Bargeld und Handys abgenommen. Er will sich jedoch an nichts erinnern und glaubt, dass ihm jemand K.-O.-Tropfen verabreicht hat.

Was sich nach einer reinen Schutzbehauptung anhört, macht zumindest stutzig: Im Zuge der “Amtshandlung”, die er mit einem Unbekannten durchführte, rief er bei seinen echten “Kollegen” an und nannte seinen echten Namen, wodurch er erst ausgeforscht werden konnte. Stunden später tauchte er sichtlich verwirrt im Hanusch Krankenhaus auf und behauptete dort, er wäre vergewaltigt worden.

Beschuldigter vermutete Vergewaltigung

Woran sich der Beschuldigte vor Gericht noch erinnern konnte, war ein Besuch am 6. Dezember 2013 in einem Lokal in den Stadtbahnbögen und die Fahrt in einen Club. Dort habe ihn ein Unbekannter auf ein Bier eingeladen, woraufhin er einen Filmriss habe und sich nur mehr an einen Hund, zwei Männer und eine Wohnung mit Drogenutensilien erinnern könne.

Aufgewacht wäre er am nächsten Tag in einem Kellerabteil im 14. Bezirk, woraufhin er in “Todesangst” ins Krankenhaus gegangen sei, weil er – zu Unrecht – befürchtete, vergewaltigt worden zu sein. Ein dort vorgenommener Bluttest, dessen Ergebnis dem Gericht nicht vorlag, hätte laut dem Beschuldigten keine Spuren von Drogen, Alkohol oder K.-O.-Tropfen ergeben.

Opfer erzählte Polizei andere Geschichte

Sein Opfer erzählte bei der Polizei eine ganz andere Geschichte: Er wäre in dem Club vom Angeklagten sowie einem Unbekannten, die sich als Drogenfahnder in Zivil ausgaben, angesprochen und um 150 Euro erleichtert worden. Anschließend hätten sie ihn ein Taxi gezerrt und zu seiner Wohnung gefahren, wo sie aber flüchteten als ein Gast aus Vorarlberg die Türe öffnete.

Ein paar Stunden tauchte der 24-Jährige neuerlich auf, bedrohte sie mit einem Holzprügel und raubte ihre Handys.

Der Prozess wurde vertagt, da beide Opfer nicht erschienen waren.

(APA/Red)

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