2006: Mehrere Grenzwerte für Feinstaub und NO2 überschritten

2006: Mehrere Grenzwerte für Feinstaub und NO2 überschritten
© Bilderbox
Eine aktuelle Statistik des Umweltbundesamts bescheinigt nichts Gutes: Feinstaub, NOs, und auch die Ozonbelastung waren 2006 leicht überdurchschnittlich.

Im Vorjahr sind zahlreiche Überschreitungen von Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) in Österreich gemessen worden. Auch beim bodennahen Ozon kam es zu überdurchschnittlichen Belastungen, wie aus dem Luftgütebericht 2006 des Umweltbundesamtes hervorgeht.

Verglichen mit 2005 wurden im Vorjahr die Grenzwerte für Feinstaub der Partikelgröße PM10 wieder öfter überschritten. Wurde im Jahr 2005 bei PM10 der Grenzwert für den Tagesmittelwert an 58 Messstellen (von 111) übertroffen, so trat dies 2006 an 70 Messstandorten ein. Umweltbundesamt-Experte Jürgen Schneider verweist darauf, dass die Belastung zwar immer noch hinter dem Rekordjahr 2003 liege, aber dahinter die bisher höchste sei. Gemessen werden die Feinstaubbelastungen sei 2001.

Für die Überschreitungen der PM10-Grenzwerte gibt es laut Umweltbundesamt neben dem Wetter – 2005/06 war ein sehr langer und kalter Winter – verschiedenste Ursachen: Sowohl der Verkehr als auch auch Hausbrand, Industrie- und Gewerbebetriebe spielen dabei eine Rolle. Ebenso tragen Baustellen zur Belastung bei.

Leicht überdurchschnittlich war auch die Ozonbelastung im Sommer 2006: Die Informationsschwelle wurde an 21 Tagen überschritten, die Alarmschwelle an drei Tagen. Mit 336 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde am 28. Juli 2006 die bisher höchste bodennahe Ozonkonzentration in Österreich gemessen. Der Zielwert für Ozon zum Schutz der Gesundheit, der ab 2010 einzuhalten ist, wurde an 57 Prozent aller österreichischen Messstellen überschritten.

Ursachen für die hohen Belastungen waren laut Schneider einerseits das Wetter – Ende Juli 2006 gab es zumindest eine Schönwetterperiode – sowie der grenzüberschreitende Schadstofftransport. Sprich: Ein Gutteil des Ozon wurde schlicht über die Grenzen geweht.

Eine Folge des starken Verkehrsaufkommens sind die Belastungen von NO2: Die höchsten Belastungen werden an den Messstationen verzeichnet, die an Transportwegen liegen. Der als Jahresmittelwert definierte Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 40 Mikrogramm/Kubikmeter wurde im Jahr 2006 an insgesamt 21 Stationen überschritten. Die höchsten Belastungen traten in Tirol an der Raststätte Vomp und in Wien am Hietzinger Kai auf.

Während die Belastung durch das Reizgas, das sich auf die Atemwege auswirken kann, bis in die späten 90er Jahre rückläufig war, zeigt sich etwa seit dem Jahr 2000 an verkehrsnahen Messstellen ein deutlicher Anstieg, wie das Umweltbundesamt berichtete. Hauptverantwortlich für die Überschreitungen bei NO2 ist der Straßenverkehr, wobei insbesondere der hohe Anteil von Dieselfahrzeugen zum Tragen kommt.

 

mehr News aus Wien …

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen