200.000 Euro Schaden: Banden verübten Einbrüche in Wien, NÖ und OÖ

200.000 Euro Schaden wurde durch die Einbrüche verursacht.
200.000 Euro Schaden wurde durch die Einbrüche verursacht. - © APA (Sujet)
Die Polizei konnte nach Einbrüchen in Niederösterreich, Oberösterreich und Wien, bei denen ein Schaden von insgesamt 200.000 Euro verursacht wurde, zwei Tätergruppen ausforschen. Zwei Rumänen und ein Bosnier befinden sich in Haft, nach drei Komplizen wird gefahndet. Seit Anfang Oktober ist die Zahl der Einbrüche in Wohnhäuser und Wohnungen in NÖ gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent zurückgegenagen, so LKA-Leiter Omar Haijawi-Pirchner.

Diebesgut im Wert von mehr als 150.000 Euro – vor allem Schmuck, Bargeld und Elektronikartikel – erbeutete eine rumänische Gruppe. Zudem verursachte die Bande 40.000 Euro Sachschaden, erläuterte Haijawi-Pirchner in einer Pressekonferenz. Die Verdächtigen stammen aus derselben Ortschaft und quartierten sich laut Gerhard Walli, Leiter des Ermittlungsbereiches Diebstahl, in Wiener Billighotels ein.

Mit den Öffis aus Wien zum nächsten Coup

Von der Bundeshauptstadt fuhren die Männer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Tatorten entlang der Westbahn und Franz-Josefs-Bahn und drangen in Wohnhäuser in der Nähe von Bahnhöfen ein. Mit Schraubenziehern und -drehern hebelten die Rumänen gekippte Fenster aus. Für Kriminelle sei es ein Leichtes, in Wohnobjektive mit gekippten Fenstern einzudringen, warnte Walli: “Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster.”

Ein 36-Jähriger wurde am 23. Juni unmittelbar nach einem versuchten Wohnhauseinbruch in Maria-Anzbach (Bezirk St. Pölten-Land) festgenommen. Der Verdächtige ging laut Haijawi-Pirchner “höchst aggressiv vor”. Er leistete heftigen Widerstand, riss sich los und flüchtete zu Fuß, konnte aber kurz darauf geschnappt werden. Der Rumäne wurde in St. Pölten inhaftiert.

Ein 34-jähriger Komplize wurde am 6. Juli nach einem Wohnhauseinbruch und einem Bargelddiebstahl aus Klassenzimmern einer Schule in Leonding (Bezirk Linz-Land) festgenommen. Der Mann wurde laut Walli von Schülern ertappt, die ihn daraufhin gemeinsam mit einer Lehrerin auf einer Straße bis zum Eintreffen der Polizei einkreisten. Der 34-Jährige wurde in die Justizanstalt Linz eingeliefert. Als Mittäter wurde ein 42-Jähriger ausgeforscht, der per EU-Haftbefehl gesucht wird.

Bandenmitgliedern wurden zahlreiche Straftaten zugeordnet

Den in Rumänien und teils in Deutschland wegen Eigentumsdelikten vorbestraften Männern werden – in unterschiedlicher Zusammensetzung – sieben versuchte und 16 vollendete Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser in Niederösterreich (in den Bezirken Baden, Bruck an der Leitha, Korneuburg, Mödling, St. Pölten, Tulln und Wiener Neustadt) sowie in Oberösterreich und Wien im Mai und Juni zugeordnet. Dem 36-Jährigen wird auch Widerstand gegen die Staatsgewalt, dem 34-Jährigen räuberischer Diebstahl angelastet.

Von einer bosnischen Gruppe, die für vier Einbrüche in Niederösterreich verantwortlich sein soll, wurde aufgrund von Spurentreffern ein per EU-Haftbefehl gesuchtes 48-jähriges Mitglied in Kroatien gefasst und Anfang Oktober nach Österreich ausgeliefert. Der in Deutschland einschlägig vorbestrafte Mann war nicht geständig und wurde in die Justizanstalt Leoben eingeliefert. Als Mittäter forschten die Kriminalisten zwei Landsmänner im Alter von 25 und 27 Jahren aus, nach ihnen wird gefahndet.

Die Bande soll im November 2016 und heuer im Februar aus Wohnhäusern in den Bezirken Amstetten, Baden und St. Pölten Schmuck, Uhren und Bargeld im Wert von rund 4.000 Euro gestohlen haben, der Gesamtschaden wurden mit 10.000 Euro angegeben. Die Gruppe stammt aus Banja Luka in Bosnien und fuhr laut Walli mit Mietautos nach Österreich, sie agierte in unterschiedlicher Besetzung.

Den Rückgang der Einbruchskriminalität seit Anfang Oktober führte Haijawi-Pirchner u.a. auf Präventions- und Medienarbeit sowie die Festnahme mehrerer Tätergruppen zurück. Man habe in den vergangenen Wochen “viele sehr gute Hinweise” bekommen, etwa von Nachbarn, die verdächtige Fahrzeuge und Personen sofort gemeldet hätten.

(APA/Red)

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