2.100 junge Polizisten derzeit in Ausbildung: So sieht das Training aus

"Ein Tag in der Rolle eines Polizeischülers"
"Ein Tag in der Rolle eines Polizeischülers" - © APA
Das Innenministerium bildet aktuell in zehn Standorten mehr als 2.100 junge Polizisten aus, die Aufnahme geeigneter Bewerber gestaltet sich jedoch als teils schwierig. Oft mangle es an den Deutschkenntnissen der Bewerber, nur eine von zehn Personen erweist sich als geeignet für die Tätigkeit.

“Terrorismus, Migration, Kriminalität – das sind die Kernaufgaben, denen wir uns widmen müssen”, sagte Karl Hutter, Gruppenleiter für Personal und Ausbildung.

2.100 junge Polizeibeamte derzeit in Ausbildung

Bereits seit dem Jahr 2009 gibt es im Innenministerium die Aufnahmeoffensive. Polizisten werden auch dringend benötigt. Derzeit sind österreichweit 28.700 Polizisten tätig, 17 Prozent davon sind Frauen. Doch bis zum Jahr 2028 gehen 16.000 in Pension. Verstärkt werden neue Beamte ausgebildet, 2016 waren es noch 1.300 junge Polizisten. Wie viele der jungen Beamten Migrationshintergrund haben, bleibt unklar, dass darf das Innenministerium nicht abfragen. Allerdings wird in den verschiedenen Communities gezielt Werbung für den Polizeiberuf gemacht.

Reform der Grundausbildung

Mit 1. Dezember 2016 wurde die Grundausbildung reformiert. Die Schwerpunkte liegen jetzt in “Handlungssicherheit und Bürgernähe”, erklärte Thomas Schlesinger, Leiter des Zentrums für Grundausbildung und stellvertretender Leiter der Sicherheitsakademie (SIAK). Wesentliche Neuerung in der 24 Monate dauernden Grundausbildung ist mehr Praxisnähe. Insgesamt gibt es 2.612 Unterrichtseinheiten in den Bereichen Rechtsfächer, Persönlichkeitsbildende Elemente, Polizeitechnik und -taktik sowie angewandte Trainings. In der Grundausbildung beträgt die Drop-out-Rate drei bis fünf Prozent, sagte Schlesinger.

Trainingseinheiten verdoppelt

Schwerpunkt der neuen Ausbildung ist modulares Kompetenztraining in den Bereichen Hilfeleistung, Verkehr, Körperverletzung, aber beispielsweise auch Lärmerregung und Gewalt. Verschiedene Szenarien werden erprobt, gefilmt und analysiert. Insgesamt wurden die Trainingseinheiten durch die Reform verdoppelt, erklärte Schlesinger. Die theoretische Basisausbildung dauert zwölf Monate, anschließend lernen angehende Beamte drei Monate lang den Dienstbetrieb auf einer Polizeiinspektion kennen. In einer fünfmonatigen Vertiefung werden Ausbildungsinhalte, Erlebnisse und Erfahrungen des vorherigen Berufspraktikums reflektiert. Es folgt ein zweites, viermonatiges Berufspraktikum, in dem die Polizisten bereits in den Betrieb ihrer künftigen Dienststelle eingeführt werden.

“Ein Tag in der Rolle eines Polizeischülers”

Auch Englisch ist Teil des Unterrichts, wenn auch nur noch vier Unterrichtseinheiten, da die Mehrheit der Polizeischüler Maturaniveau hat. Jene, die dieses Niveau nicht von vornherein erreichen, werden gezielt gefördert. “Ziel ist es, eine gesamte Amtshandlung in Englisch durchzuführen”, erklärte Schlesinger. In der SIAK in der Marokkanergasse in Wien hatten Journalisten am Freitag Gelegenheit, in die Rolle von Polizeischülern zu schlüpfen. Sie konnten beispielsweise den medizinischen Bewegungskoordinationstest, der Teil des Aufnahmeverfahrens ist, absolvieren. Dieser Geschicklichkeitstest wird in der Halle durchgeführt und fordert unter zeitlichem Druck geistige und körperliche Beweglichkeit – und das war zu viel, zumindest für die Mehrheit der Journalisten, die sich daran versuchten.

>>Weitere Informationen zum Aufnahmeverfahren

(APA/Red)

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