2.021 neue Tablets: Wiener Staatsoper mit weltweit einzigartiger Modernisierung

Die Wiener Staatsoper wurde mit 2.021 Tablets ausgestattet.
Die Wiener Staatsoper wurde mit 2.021 Tablets ausgestattet. - © APA (Sujet)
Die Wiener Staatsoper startet mit einem neuen Untertitel- und Informationssystem in die neue Saison. Nach 16 Jahren wurde das alte System ausgetauscht und mit 2.021 Tabletdisplays für eine klare Modernisierung in der Oper gesorgt. “Es gibt keine Oper der Welt, die so etwas hat”, freute sich Direktor Dominique Meyer bei der Präsentation am Montag.

Notwendig wurde die technische Aufrüstung auch aufgrund vermehrter Ausfälle des alten System, wie der Hausherr erläuterte. Da zudem keine Ersatzteile mehr erhältlich waren, entschied man sich für die Umrüstung, die auch einer Ausweitung des digitalen Angebots gleichkommt. Zu den zwei bisher vorhandenen Sprachen kamen somit vier neue: Neben Deutsch und Englisch kann das Gesungene nun auch auf Italienisch, Französisch, Russisch und Japanisch mitgelesen werden. In Zukunft sollen sich dazu zwei weitere Sprachen gesellen.

Neues Untertitel- und Infosystem für die Wiener Staatsoper

Vollkommen neu ist das Informationssystem, das vor den Vorstellungen und in den Pausen zur Verfügung steht: Angelehnt an die Homepage der Staatsoper, gibt es hier Infos zum Haus, dem jeweiligen Stück und dessen Besetzung, einen Ausblick auf die Aufführungen der kommenden Tage, häufig gestellte Fragen und Antworten sowie die Möglichkeit, sich für einen Newsletter anzumelden. “Es war viel Arbeit, das alles in wenigen Wochen zu installieren”, verwies Meyer auf die spielfreie Zeit im Sommer. “Außerdem musste es inhaltlich vorbereitet werden.”

Das neue System, das nach einer internationalen Ausschreibung federführend von dem heimischen Unternehmen Lemon42 sowie dem italienisch-schweizerischen Unternehmen Marconi entwickelt wurde, zeichne sich weiters durch eine verbesserte Lesbarkeit sowie geringere Lichtabstrahlung im Zuschauerraum aus. Künftig will man die technischen Möglichkeiten weiter ausreizen: Kurze Publikumsbefragungen sind ebenso angedacht wie eine Gastronomiebestellung für die Pausenräume. Über Ablenkungen während der Vorstellungen müsse man sich aber keine Sorgen machen, so Meyer. Vor Beginn stellt das System automatisch auf die Untertitelfunktion um – die auf Wunsch auch komplett abgeschaltet werden kann.

Die Kosten von rund zwei Mio. Euro bestreitet die Staatsoper aus dem Budget, wobei sie über mehrere Jahre abgeschrieben werden können. Parallel dazu gibt es aber auch Gespräche mit möglichen Projektsponsoren. Immerhin bietet das System die Möglichkeit, jeden einzelnen Sitz im Haus individuell “anzusprechen” und etwa Gäste von Sponsoren zu begrüßen, so Christopher Widauer, zuständig für den Bereich Digital Development. “Man könnte aber auch Videos abspielen”, sah er zusätzliche Anreize für Regisseure. Was trotz dem digitalen Aufschwung gleich bleibt: In einem Kämmerlein am Balkon müssen die Untertitel per Knopfdruck eingespielt werden. Schließlich seien in puncto Tempo “keine zwei Vorstellungen gleich”, betonte Meyer.

(APA/Red)

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