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19-Jähriger schlug Ex-Freundin mit Beißzange im Donauzentrum halbtot: Prozess in Wien

Mit einer Beißzange aus Eisen schlug der Bursche auf seine Ex-Freundin ein Mit einer Beißzange aus Eisen schlug der Bursche auf seine Ex-Freundin ein - © Bilderbox (Sujet)
Zehn wuchtige Hiebe auf den Kopf hatte ein 19-Jähriger seiner Ex-Freundin im Mai im Wiener Donauzentrum versetzt – und das mit einer eisernen Beißzange. Das 18-jährige Mädchen hätte die Attacke fast nicht überlebt. Nun steht der junge Mann wegen versuchten Mordes vor Gericht.

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Die Schreckenstat mit der Beißzange geschah am 14. Mai 2012 im Wiener Donauzentrum. Der Frage, wie es dazu kommen konnte, ging man am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht nach. “Es tut ihm leid, was passiert ist. Er hatte seine Gefühle nicht unter Kontrolle,” so der Verteidiger des 19-Jährigen, der zu erklären versuchte, weshalb der Bursch am 14. Mai 2012 seiner Ex-Freundin im Donauzentrum mit voller Wucht eine 600 Gramm schwere Beißzange mindestens zehn Mal auf den Kopf geschlagen hatte. “Wenn ein couragierter Zeuge, der die Szene beobachtet hat, nicht eingeschritten wäre, wäre sie heute vermutlich tot”, gab Staatsanwältin Isabelle Papp zu bedenken.

Anklage: Versuchter Mord im Donauzentrum

Die Anklägerin legte dem jungen Mann versuchten Mord zur Last. Dieser hatte sich im Sommer 2011 in ein 18-jähriges Mädchen verliebt. Unmittelbar danach mieteten die beiden eine gemeinsame Wohnung. Nach eineinhalb Wochen wurde der Bursch erstmals handgreiflich. Weil sich die körperlichen Übergriffe häuften, schlief die 18-Jährige meist nur noch auf der Couch im Wohnzimmer. Nachdem sie ihr Freund aus nichtigem Anlass an den Haaren durch die Wohnung geschleift hatte, zog sie Ende April aus.

Daraufhin setzte Telefonterror ein. Bis zu 30 Mal pro Tag soll der 19-Jährige angerufen und seine Freundin um die Rückkehr ersucht haben. Permanent schickte er ihr SMS. “Mit der Tatsache, dass sie nichts mehr von ihm wissen wollte, konnte er sich nicht abfinden”, sagte die Staatsanwältin.

Stalking, dann Griff zur Beißzange

Am 14. Mai sollte die einst gemeinsame Wohnung zurückgegeben werden. Zu diesem Termin trafen sich die beiden wieder, wobei der Bursch eine schwere Zange in der Jackentasche hatte, weil er damit angeblich die Telekabel-Leitungen in der Wohnung durchtrennen wollte.

Auf sein neuerliches Drängen, mit ihm zu reden, ging die 18-Jährige nicht ein. Er verfolgte sie daher ins Donauzentrum, wo sich das Mädchen ein neues Mobiltelefon zulegen wollte, um von ihrem Ex-Freund Ruhe zu haben. Beim Verlassen des Geschäfts heftete er sich an ihre Fersen, redete auf sie ein, verfolgte sie in einen Hinterhof und zog schließlich seine Beißzange.

“Sie war die Liebe meines Lebens”

“Ich hab’ ein Blackout gehabt. Es war eine Kurzschlussreaktion. Sie hat mir extrem viel bedeutet. Es hätte keinen Sinn gehabt, dass ich sie umbringe”, gab der Angeklagte zu Protokoll. Das Mädchen sei “die Liebe meines Lebens” gewesen: “Ich wollte nur weiter mit ihr befreundet sein. Ich hab ja schon eine neue Freundin gehabt.”

Doch die 18-Jährige habe ihn “ausgelacht”, behauptete der Bursch. Sie habe ihm gesagt, dass sie ihn nie geliebt und betrogen, ihn “verarscht” habe: “Da ist es mir sehr schlecht gegangen. Ich war verletzt.” Dessen ungeachtet habe sie ihn “weiter beschimpft und provoziert. Da ist es zu der Sache gekommen,” versuchte der Bursche die Tat mit der Beißzange zu erklären.

Laut Gutachten keine Lebensgefahr

Wie der Gerichtsmediziner darlegte, war bei der Beißzangen-Attacke des 19-jährigen Burschen auf seine Ex-Freundin keine Lebensgefahr gegeben. Das Mädchen habe zwar schwere Schädelverletzungen erlitten, aber zumindest zwei Schläge mit der Hand abwehren können. Vor allem aber verfüge die 18-Jährige über eine überdurchschnittlich dicke Schädeldecke. “Sie hat einfach Glück gehabt”, sagte der Sachverständige. Mit dem Urteil im Fall um die verheerende Beißzangen-Attacke ist nach 17.00 Uhr zu rechnen.

(apa/red)



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