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150 Jahre Eislaufen beim Engelmann: Die Geschichte der Kunsteisbahn in Hernals

Beim Engelmann in Hernals findet man die älteste Kunsteisbahn der Welt.
Beim Engelmann in Hernals findet man die älteste Kunsteisbahn der Welt. ©www.engelmann.co.at
Die Kunst des Eislaufens bzw. ursprünglich "das Schleifen auf dem Eis" ist beim Engelmann in Wien-Hernals bereits seit mehr als 100 Jahren eine Tradition: Schon im Jahr 1868 war der Wachstuchfabrikant Eduard Engelmann so sehr davon begeistert, dass er im Garten seines Grundstückes eine eigene Eisfläche anlegen ließ - und so begann alles mit einer "Wasserlacke" rund um einen Nussbaum.
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Das Eislaufen, oder auch ursprünglich “das Schleifen auf dem Eis”, war in Wien zwar schon vor der zweiten Türkenbelagerung 1683 bekannt, aber nicht sehr verbreitet.

150 Jahre Eislauftradition in Hernals: Wie im Jahr 1868 alles begann

Im Jahr 1868 war der Wiener Wachstuchfabrikant Eduard Engelmann von einer Darbietung des amerikanischen Eistänzers Jackson Haines so beeindruckt, dass er im Garten seines Grundstückes in der Alsgasse (heute Jörgerstrasse) durch Aufspritzen rund um den alten Nussbaum eine Eisfläche für die eigene Familie und einige Freunde anlegen ließ. Auch den Schlittschuh fertigte Engelmann mit einer in einem Holzstück eingelassenen Messerklinge selbst an. Die Anhänger des Schlittschuhlaufens wurden – je nach Wetterlage – immer zahlreicher und Engelmann erkannte eine neue Einnahmequelle.

1871 wurde ihm vom k.k. Bezirkshauptmann in Hernals ein Gewerbeschein für das Benützen einer Eisbahn im Hausgarten in Hernals, Alsgasse 8, ausgestellt. Das war die offizielle Geburtsstunde des Sportplatzes Engelmann. Die Einnahmen wurden in der Folgezeit für den Ausbau und die Erweiterung der Anlage verwendet.

Das besondere beim Engelmann in Hernals war, dass man auch noch an Tagen, an denen sich auf anderen Plätzen das Eis in Wasser verwandelte, dort noch laufen konnte. “Eispapa Engelmann” war der erste, der ein Auftauen des Eises verhindern wollte und die Eisfläche beispielsweise durch große Planen vor den Sonnenstrahlen zu schützen versuchte. Auch seine beiden Kinder Eduard jun. und Christine konnte er für den Eisport begeistern – beide Kinder wurde sozusagen “auf dem Eis groß”.

Der Traum vom “ewigen Eis”: 1. Freiluft-Kunsteisbahn der Welt in Hernals

1894 übernahm Ing. Engelmann jun. von seinem Vater die Leitung des Platzes. Auch er wollte – ganz nach dem Motto des Vaters – “den Wienern das beste Eis am öftesten bieten”. Als “Papa Engelmann” 1897 verstarb, war sein Sohn bereits von der fixen Idee beherrscht, auch bei Wärmegraden eine Eisfläche im Freien “hervorzuzaubern”. Anfangs belächelte man jedoch seine Absicht.

Zunächst blieben Besprechungen mit Technikern von Kältemaschinen-Fabriken auch ergebnislos. Engelmann ließ aber nicht locker und sein technisches Wissen kam ihm sehr zugute. Im Jahr 1907 wurde der “Verein Kunsteisbahn Engelmann” gegründet, um die Errichtung einer Freiluft-Kunsteisbahn zu unterstützen, der bis heute besteht. Am 10. November 1909 (bei +6° C Wärme) war es dann soweit: Die Schaffung der ersten Freiluft-Kunsteisbahn der Welt in Wien-Hernals war eine weltweit bahnbrechende Erfindung und diente einer Reihe später errichteter Kunsteisbahnen als Vorbild. Schlangenrohre im Ausmaß von 12 Kilometern Länge wurden verlegt und umfangreiche maschinelle Anlagen errichtet. “Durch Kunsteis zur Eiskunst” war das Motto Engelmanns, der mit dieser Erfindung eine Entwicklung einleitete, die Österreich in weiterer Folge viele Olympiasieger, Weltmeister und Europameister brachte. Der Name Hernals wurde durch Engelmann in aller Welt bekannt.

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

1915 wurde als zweites Standbein eine Blockeisfabrik dem Eislaufbetrieb angegliedert. Das Blockeis war für die Haushalte und auch für die Industrie unentbehrlich. In weiterer Folge wurde mit kurzer Unterbrechung – bedingt durch den Ersten Weltkrieg – die Anlage laufend erweitert und verbessert. Auch unter der technischen Leitung der dritten Generation, Direktor “Edi” Engelmann, ging der Ausbau der Anlage zügig voran. 1932 umfasste die Eisfläche 3000 Quadratmeter.

Christine Engelmann, spätere Frau Schäfer, war die jüngere Tochter von Ing. Engelmann und eine begeisterte Eiskunstläuferin. Sie hatte einen maßgeblichen Anteil am Wiederaufbau der Sportarena Engelmann nach dem Zweiten Weltkrieg. In den Kriegsjahren gründete ihr Mann, Karl Schäfer, die “Wiener Eislaufschule” am Platz der Kunsteisbahn Engelmann. 1944/45 wurde die Kunsteisbahn durch mehrere Bombentreffer vollständig zerstört.

Der Eislaufbetrieb war nur ein Jahr eingestellt und bereits 1946 konnte auf der Kunsteisbahn Engelmann ein Notbetrieb aufgenommen werden, der Start war jedoch bescheiden. Erst 1950 war der Sportplatz Engelmann wieder halbwegs fertiggestellt. Es gab nur noch Schallplattenmusik und während des Sommers wurde der Platz – wie auch heute noch – für andere Sportarten genützt.

Hernals als Heimstätte für nationale und internationale Eislauf-Weltgrößen

Der Sportplatz Engelmann und die 1. Freiluft-Kunsteisbahn der Welt am Engelmann-Platz waren immer Heimstätte für Eislauf-Weltgrößen und für verschiedene Vereine. Durch die 1. Freiluft-Kunsteisbahn der Welt in der Sportarena Engelmann fand die Eislaufwelt beste Trainingsmöglichkeiten während des gesamten Winters vor. Aus der Familie Engelmann kamen schon Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und österreichische Meister: Eduard Engelmann, Christine Szabo-Engelmann, Herma Szabo, Helene Engelmann, verehelichte Jaroschka, Christa Schäfer-Engelmann, Karl Schäfer und Edi Engelmann.

Heute stehen 2.600 Quadratmeter Eisfläche den Schlittschuhbegeisterten zur Verfügung. Eine “Zamponi”-Eismaschine sorgt für hervorragende Eisverhältnisse. Garagen, schöne Garderoben und eine starke Flutlichtanlage komplettieren die modern Ausstattung. Ein Restaurant sorgt für das leibliche Wohl. Sonntag vormittags findet das beliebte Wunschkonzert statt.

>> Mehr Infos zur Kunsteisbahn Engelmann finden Sie auf der Website

(Quelle: engelmann.co.at/Kunsteisbahn Engelmann Verein/Hans Gunsam)

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