13. BP-Wahl bislang unter keinem glücklichem Stern

Norbert Hofer & Alexander Van der Bellen stellen sich am 4. Dezember nochmal der Stichwahl.
Norbert Hofer & Alexander Van der Bellen stellen sich am 4. Dezember nochmal der Stichwahl. - © APA
Sprichwörtlich unglücklich verlief die 13. Direktwahl des Bundespräsidenten: Erstmals wurde eine ganze Bundeswahl vom VfGH aufgehoben, erstmals musste ein Wahltermin wegen Produktionsfehlern bei Wahlkarten verschoben werden – sodass sich das Wahlgeschehen über fast acht Monate hinzieht. Eine Chronologie.

Auch für SPÖ und ÖVP war die 13. eine Unglücks-Wahl: Ihre Kandidaten scheiterten kläglich.Das ist ein krasser Bruch mit der Tradition: In den bisher zwölf Volkswahlen seit 1951 setzten sich ausschließlich die Kandidaten durch, die SPÖ oder ÖVP nominiert hatten.

Auf rotem Ticket zogen fünf, auf schwarzem Ticket zwei Staatsoberhäupter in die Hofburg ein. Im heurigen ersten Wahlgang kamen Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) zusammen auf etwas mehr als 20 Prozent – während rote und/oder schwarze Kandidaten sonst fast immer 80 Prozent Zuspruch hatten.

36 Kandidaten traten bislang zu BP-Wahl an

Beworben haben sich bisher insgesamt 36 Kandidaten – drei davon zweimal: Kurt Waldheim (ÖVP) einmal erfolglos und einmal erfolgreich, Richard Lugner zweimal (zuletzt heuer) erfolglos und Heide Schmidt einmal für die FPÖ sowie einmal unabhängig und beide Male erfolglos.

Stichwahlen waren – auch, weil es häufig ohnehin nur zwei oder drei Bewerber gab – nicht allzu oft nötig: Die heurige, die am 4. Dezember wiederholt wird, ist erst die vierte. Bei den 13 ersten (samt 2016) und drei zweiten (ohne 2016) Wahlgängen seit 1951 wurden insgesamt 72,315.759 Stimmen abgegeben. 69,851.199 davon waren gültig.

Die Wahlbeteiligung beträgt im Durchschnitt fast 90 Prozent – was daran liegt, dass für die Hofburg-Kür bis 1982 österreichweit und bis 2004 in einzelnen Ländern (zuletzt nur mehr Tirol) Wahlpflicht bestand.

Aufgehobene Stichwahl war knappste Wahl seit 1951

Noch einmal Zittern heißt es für die Kandidaten am 4. Dezember – und möglicherweise auch noch einmal Warten bis zum Briefwahl-Ergebnis am Montag. Auch diesmal benennen die Meinungsforscher keinen Favoriten – dafür war der Vorsprung Alexander Van der Bellens am 22. Mai zu knapp, und zudem hatte Norbert Hofer den ersten Wahlgang gewonnen.

Dass der Zweite des ersten Wahlganges im Stechen doch noch Bundespräsidenten wird, ist allerdings nicht ungewöhnlich: Dies war zuvor schon zweimal in drei Stichwahlen der Fall. Aber die heurige vierte Stichwahl – die auf Anordnung des VfGH nun wiederholt werden muss – brachte allerdings den knappsten Ausgang der nunmehr 13 Volkswahlen seit 1951. Ex-Grünen-Chef Van der Bellen setzte sich mit nur 50,35 Prozent gegenüber dem FPÖ-Kandidaten Hofer durch.

Aufholjagd wie nie zuvor

Dabei war er quasi als Außenseiter ins Stechen gegangen – und musste eine Aufholjagd in einem Ausmaß hinlegen, wie nie zuvor ein Kandidat. Denn im ersten Wahlgang am 24. April lag Hofer um 13,71 Prozentpunkte bzw. 586.753 Stimmen vor Van der Bellen – weit deutlicher als je zuvor ein Stichwahlkandidat. Auch nach Auswertung der Urnenwahl am 22. Mai war Hofer noch vorne, um 144.006 Stimmen mit 51,93 Prozent. Erst die Briefwähler kürten Van der Bellen zum Sieger mit 31.026 Stimmen Vorsprung. Daraufhin focht die FPÖ die Wahl erfolgreich beim VfGH an.

Ähnlich knapp wie heuer ging es nur einmal her: 50,69 Prozent verhalfen 1965 Franz Jonas (SPÖ) zu seinem Einzug in die Hofburg. Damals allerdings schon im ersten Wahlgang, weil nur Alfons Gorbach (ÖVP) gegen Jonas antrat. Sechs Jahre später hielt sich Jonas mit 52,78 Prozent im Amt, sein einziger Gegenkandidat war Kurt Waldheim, der 15 Jahre später im zweiten Anlauf Bundespräsident wurde. Und zwar als einziger Stichwahl-Kandidat (gegen Kurt Steyrer/SPÖ), der auch im zweiten Wahlgang vorne blieb.

>> Mehr News rund um den Wahlgang am 04. Dezember.

(APA)

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