Neues Kompetenzzentrum in Wien will Industrialisierung vorantreiben

Unternehmen arbeiten am "Austrian Competence Center for Digital Production" an der Industrie 4.0.
Unternehmen arbeiten am "Austrian Competence Center for Digital Production" an der Industrie 4.0. - © pixabay.com
Forschung und Wirtschaft geht am “Austrian Competence Center for Digital Production” (ACDP) in Wien Hand in Hand. Experten arbeiten dort an der Optimierung der Produktionsabläufe. Heute wurde das Centrum feierlich eröffnet.

In dem vorerst auf vier Jahre ausgelegten, mit einem Gesamtbudget von 17,3 Mio. Euro ausgestatteten ACDP mit Sitz im Technologiezentrum Aspern gehe es vor allem darum, “wie man Produktionssysteme flexibler zusammenstellen kann”, sagte Pollak. Der technologische Fortschritt ermöglich es, Fertigungsabläufe so zu gestalten, dass dabei weitestgehend individualisierte Produkte in kleinerer Auflage entstehen. “Jeder will sozusagen sein eigenes Teil haben. Wer in der Lage ist, das zu produzieren, hat natürlich einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil und kann sich behaupten.”

ÖBB, Novomatic oder Hoerbiger beteiligt

Am dem – von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, der Stadt Wien und den Ländern Niederösterreich und Vorarlberg zu 45 Prozent geförderten – ACDP sind zahlreiche Firmen, wie etwa die ÖBB, Novomatic oder Hoerbiger beteiligt. Für den Einstieg in solch flexible Herstellungsprozesse müssten Unternehmen keineswegs unbedingt neue Maschinen anschaffen. Die zunehmenden Rechenkapazitäten erlauben etwa “höher abstrakte Programmiersprachen” zu verwenden, mit denen mittlerweile unterschiedlichste Hardwarekomponenten im Produktionsprozess angesprochen und miteinander verbunden werden können.

Produktionsabläufe optimieren

Auch schon lange im Einsatz stehende Maschinen können so zusammen mit neuen Systemen funktionieren. So können neue, automatisierte Produktionsabläufe schneller zusammengestellt werden, was auch für kleinere heimische Unternehmen zunehmend interessant werde. “Man kann sozusagen ganze Produktionssysteme wie einen Roboter unterrichten, weil das, was sich der Mensch ausgedacht hat, zu einem größeren Teil schon in maschinenlesbarer Form vorhanden ist”, sagte Pollak. Der Weg vom Prototyp zur Fertigung werde damit kürzer.

Pilotfabrik in der TU Wien

Das Kompetenzzentrum beschäftigt sich mit der Entwicklung von Softwarelösungen und verwendet die Pilotfabrik der Technischen Universität (TU) Wien als Testlabor. Damit sei sichergestellt, dass man Lösungen für konkrete Probleme von beteiligten Firmen liefere. Daneben verfolge man auch grundlagenorientierte Projekte, in deren Rahmen man daran arbeite, wie solche Prozesse prinzipiell aufgesetzt werden sollen.

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