Simulierte Bombenentschärfung in Wien

Der Verteidigungsminister bei der Übung am Dienstag
Der Verteidigungsminister bei der Übung am Dienstag - © APA
Im Zuge eines Besuchs von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil in zwei Wiener Kasernen in Penzing wurde neben einer simulierten Bombenentschärfung auch die Bilanz des Entminungsdienstes (EMD) veröffentlicht.

Demnach wurden seit 2013 über 5.000 Einsätze absolviert, fast 160 Tonnen Kriegsmaterial wurden dabei entsorgt.

Simulierte Bombenentschärfung in Wiener Kaserne

Der seit Anfang 2013 dem Verteidigungsministerium unterstellte Entminungsdienst – davor hatte auch das Innenministerium einen solchen – hat seine Hauptdienststelle in Wien sowie jeweils eine Außendienststelle in Graz und in Hörsching. Die mit Abstand meisten Einsätze absolvierte der EMD jedoch in Niederösterreich, 2.453 der insgesamt 5.061 Einsätze waren es mit Stand 1. September 2017. Das erklärt sich dadurch, dass das Kriegsgeschehen im 2. Weltkrieg vor allem die kriegswichtige Industrie in Ostösterreich inklusive Wienbetroffen hat, erklärte Hauptmann Robert Rauter vom Bundesministerium gegenüber der APA.

“Manuelle Neutralisation von unkonventionellen Sprengvorrichtungen”

Doskozil besuchte am Dienstag sowohl die Biedermann-Huth-Raschke-Kaserne mit dem Entminungsdienst wie auch die Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne, in der die Handentschärfer tätig sind und wo der Minister über das Projekt ECMAN informiert wurde. Seit 2011 läuft an der dortigen Heereslogistikschule das EDA (European Defence Agency) Projekt MNT (Manual Neutralisation Techniques). An dem von Österreich geleiteten multinationalen Projekt nehmen außerdem Deutschland, Irland, Italien und Schweden teil. Im Rahmen dieser Kooperation zur “manuellen Neutralisation von unkonventionellen Sprengvorrichtungen” werden jährlich Kurse und Übungen durchgeführt.

Bedarf an Aus- und Fortbildungen weiterhin hoch

Da das Projekt MNT mit Ende 2017 ausläuft, der Bedarf an Aus- und Fortbildungen in diesem Fachbereich jedoch nach wie vor hoch ist, wird die bestehende Kooperation intensiviert. Zu diesem Zweck wird an der Heereslogistikschule ein multinationales Europäisches Handentschärfungszentrum etabliert. ECMAN soll durch nationales und internationales Personal besetzt werden, wobei Österreich weiterhin die Führungsrolle übernimmt. Die teilnehmenden Nationen sind neben Österreich: Tschechien, Deutschland, Finnland, Irland, Italien und Schweden. Mit Beginn des Jahres 2018 soll das Zentrum voll einsatzbereit sein, berichtete das Verteidigungsministerium.

(APA/Red.)

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