Markanter Kälteeinbruch in Österreich: Dauerfrost und bis zu minus 20 Grad

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Bis zu minus 20 Grad in der Nacht sind möglich.
Bis zu minus 20 Grad in der Nacht sind möglich. - © Patrick Pleul dpa/lbn
Nach einem bislang milden Winter muss ab dem Wochenende in vielen Regionen Österreichs mit Dauerfrost gerechnet werden. Stellenweise sinken die Temperaturen nachts bis auf minus 20 Grad. Ein solcher Kälteeinbruch kommt laut ZAMG statistisch gesehen nur alle sieben bis zehn Jahre vor.

Spät aber doch steht jetzt ein markanter Kälteeinbruch bevor, denn ab dem Wochenende strömt polare Kaltluft nach Österreich. Für Sonntag bis weit in die nächste Woche hinein prognostiziert die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für die meisten Regionen Österreichs Dauerfrost. In den Nächten sind Temperaturen zwischen minus 5 und minus 15 Grad zu erwarten, vereinzelt auch unter minus 20 Grad.

ZAMG warnt vor Dauerfrost: Schneefall hält noch an

Auf den Bergen liegt die Temperatur in 2000 Meter Höhe Anfang nächster Woche ganztägig um minus 20 Grad. Vor dem Kälteeinbruch fallen am Donnerstag und Freitag besonders im Süden Österreichs noch einige Zentimeter Schnee. Während der Kältephase ist es dann größtenteils trocken und zumindest zeitweise auch sonnig.

Markante Kälteeinbrüche kommen in Österreich Ende Februar nur alle paar Jahre vor, sagt ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik: „Eine Phase mit Eistagen im Großteil Österreichs, also ganztägig Temperaturen unter 0 Grad, kommt immer wieder vor, statistisch gesehen alle zwei bis drei Jahre. Seltener sind aber Kälteeinbrüche, bei denen es in den Nächten auch in tiefen Lagen verbreitet auf minus 10 bis minus 20 Grad und tiefer abkühlt. Das kommt in Österreich Ende Februar statistisch gesehen nur etwa alle sieben bis zehn Jahre vor. Die bevorstehende Kältewelle sieht derzeit ganz nach so einem relativ seltenen Ereignis aus.”

In den letzten Jahren gab es meist nur kleinräumige Kältephasen Ende Februar, wie 2015 (vor allem im Gebiet vom Tiroler Unterland bis zum Ennstal) und 2013 (vor allem stellenweise in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und der Steiermark). Den letzten massiven Kaltlufteinbruch, der Ende Februar den Großteil Österreichs betroffen hat, gab es 2011 und davor in den Jahren 2005, 1996, 1993 und 1986.

Kälterekord von 1929 liegt bei fast minus 37 Grad

Die Chancen stehen gut, dass die tiefste Temperatur des Winters 2017/18 erst in den letzten Februartagen erreicht wird. Der bisherige Tiefstwert dieses Winters wurde mit -21,2 °C am 10. Dezember 2017 in Radstadt gemessen.

Der absolute österreichische Kälterekord sollte aber in den nächsten Tagen nicht in Gefahr sein. Er liegt in tiefen Lagen bei -36,6 °C, gemessen am 11. Februar 1929 an der Wetterstation Stift Zwettl. Berücksichtigt man auch die Bergstationen, ist Österreichs Kälterekord -37,4 °C, gemessen am 2. Jänner 1905 am Sonnblick-Observatorium der ZAMG in 3106 Meter Seehöhe.

Wien Energie erwartet Rekordspitzen bei Wärmeversorgung

Während an einem durchschnittlichen Wintertag die Wärmeleistungsspitze in Wien bei 1.600 Megawatt (MW) liegt, erwartet Wien Energie Anfang nächster Woche Rekordspitzen von rund 2.200 MW. “Die Wärmeversorgung in Wien ist auch bei tiefsten Temperaturen gesichert”, betont Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl.

“Unsere thermischen Kraftwerke laufen auf Hochtouren und sind noch für viel höhere Minusgrade gerüstet. Damit das so bleibt, investieren wir in den nächsten Jahren 870 Millionen Euro in Versorgungssicherheit und Erneuerbare Energien. An Tagen wie diesen sieht man deutlich, wie wichtig die Gaskraftwerke für die Strom- und Wärmeversorgung in Wien sind.”

Die Kältewelle kann Wien Energie nicht überraschen. Einer der wichtigsten Partner der Energieleitstelle von Wien Energie ist die ZAMG. Die Wettervorhersagen geben Anhaltspunkte für den Fernwärmebedarf und beeinflussen den weiteren Tagesverlauf. Entsprechend werden Erzeugungsanlagen aktiviert, hoch- oder zurückgefahren. Als Faustregel gilt: Jedes Grad Unterschied bei der Außentemperatur wirkt sich bei der Wärmeleistung mit 40 bis 60 Megawatt aus. Die höchste je erreichte Wärmebedarfsspitze waren 2.400 MW am 3. Februar 2012 bei minus 15 Grad. Mit erwarteten 2.200 MW Anfang nächster Woche kratzt man damit deutlich an den Rekordwerten.

Zwischenbilanz: Heizsaison bisher von mildem Winter geprägt

Der bisherige Winter verlief außergewöhnlich mild. Das zeigt sich auch in der Wärmerzeugung. Eine Zwischenbilanz der Heizsaison von Oktober bis Anfang Februar zeigt: Der bisherige Wärmeverbrauch in Wien liegt etwa 8 Prozent unter denen eines durchschnittlichen Winters (30-jähriger Vergleich) bzw. zwischen 10 und 15 Prozent unter den Werten des Vorjahres.

Ein Drittel der Heizsaison steht allerdings noch bevor, mit einem besonders kalten Februar können sich diese Werte noch verändern.

>> Das Wetter in Wien im Überblick

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