Gastro-Beschränkung für Wiener Märkte: Opposition empört

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Die Rathausopposition übt Kritik an neuer Gastro-Regelung für Wiener Märkte.
Die Rathausopposition übt Kritik an neuer Gastro-Regelung für Wiener Märkte. - © APA (Sujet)
Die neue Gastro-Beschränkung für Lebensmittelstände auf Wiener Märkten sorgt bei der Rathaus-Opposition für Empörung.

ÖVP-Chef Gernot Blümel sprach am Freitag in einer Pressekonferenz von einer “mittelalterlichen Stadtpolitik”. Empörung kam auch von der FPÖ, den NEOS und der Wirtschaftskammer.

Die neue Regelung wurde am Donnerstag publik, sie gilt bereits seit 1. Juli. Demnach werden nun an neu übernommene bzw. eröffnete Gemüse- oder Delikatessenläden keine sogenannte Nebenrechte mehr vergeben. Diese erlaubten es Betreibern bisher, Essen und Getränke an bis zu acht Plätzen zu verabreichten. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hatte argumentiert, Märkte als Nahversorger erhalten und “keine reinen Fressmeilen” fördern zu wollen.

ÖVP sieht Bedrohung für Marktstandler in Wien

Blümel sieht insofern die rot-grüne Stadtregierung als “größte Bedrohung für die Marktstandler”. Die Neuregelung sei völlig unverständlich und gehe an den Bedürfnissen von Marktunternehmern und -besuchern vorbei: “Warum bitte soll ein Gemüsehändler seine Waren nicht zum Verkosten anbieten?” Die Schwarzen plädieren stattdessen für flexiblere Regelungen und wollen außerdem mehr Marktstandorte. Denn gerade jenseits der Donau gebe es Nachholbedarf. Marktgebiete müssten deshalb in Stadtentwicklungsarealen mitbedacht werden, forderte ÖVP-Gemeinderätin Elisabeth Olischar.

FPÖ sieht Problem in Gastrolizenzen

Als “völlig falschen Zugang” sieht auch die FPÖ das strengere Vorgehen der Stadt. Wobei Marktsprecher Udo Guggenbichler durchaus einen “Gastronomie-Wildwuchs” erkennen kann. Schuld seien aber nicht die bis zu acht Verköstigungsplätze, sondern “die unkontrolliert vergebenen Gastro-Lizenzen”.

NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig interpretierte “diese schwachsinnige Neuregelung” als “absoluten Wahnsinn”. Die Stadt wolle die Märkte offenbar umbringen: “Anstatt die Sitzplatzbeschränkung für Handelsstände zu lockern, werden den Marktständen nun die Verabreichungsplätze komplett gestrichen.” Ornig wünscht sich u.a. flexiblere Öffnungszeiten.

Die Wiener Wirtschaftskammer schießt sich ebenfalls auf die Stadtregierung ein. Lebensmittelhandelsobfrau Margarete Gumprecht forderte die Wahrung der Nebenrechte: “Denn, wer sich eine warme Leberkäs-Semmel bei einem Lebensmittelstand kauft, sollte diese dort auch essen dürfen.”

(APA/Red)

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